Kultur : "Titanic" war an allem schuld

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Fast 149 Millionen Karten sind 1999 an deutschen Kinokassen verkauft worden, "ein Rekord", freut sich Rolf Bähr, Vorstand der Filmförderungsanstalt (FFA). Er stellte die Zahlen in Berlin vor. Was seine Freude trübt: Gleichzeitig ist der Umsatz an den Kinokassen leicht zurückgegangen und liegt jetzt bei 1,58 Milliarden Mark. Die Zahl der Kinos, insbesondere der Multiplexe, hat aber weiterhin zugenommen: 27 der riesigen Kinokomplexe mit 54 000 Sitzplätzen in 231 Sälen gingen im vergangenen Jahr in Betrieb. Insgesamt sind 431 Kinosäle dazugekommen. Der Marktanteil des deutschen Films hat sich im Vergleich zum Jahr 1998 gesteigert und liegt jetzt bei 14 Prozent. Das sind die Eckdaten der Jahresstatistik der FFA.

Was die Freude des FFA-Chefs zusätzlich trübt: Der Zuwachs beim Kinobesuch fällt im Vergleich zu den Vorjahren marginal aus. 120 000 Karten sind es netto mehr. Schuld daran, so Bähr, ist der Kassenschlager "Titanic", der im Frühjahr 1998 den Kinos unheinholbare Umsätze beschert habe. Einen vergleichbar besucherstarken Film habe es 1999 nicht gegeben. Die meisten Besucher entschieden sich für "Star Wars", "Notting Hill" und "Die Mumie". Die Eintrittspreise sind zurückgegegangen und betragen nun durchschnitlich 10,61 Mark. Die zunehmende Konkurrenz der Multiplex-Kinos drückt auf die Preise. Fast zwanzig Millionen Besucher hat die FFA gezählt, die sich einen deutschen Film oder eine Koproduktion mit deutscher Beteiligung angesehen haben. Zum Beispiel "Asterix und Obelix", "zu 40 Prozent deutsch", so Rolf Bähr. Der Marktanteil deutscher Filme nahm 1999 um etwa 3,5 Prozent zu, liegt aber um fast 3,5 Prozent unter dem Ergabnis von 1997.

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