Kultur : Tizian, Rattle, Stones: Kultur-Highlights im Jahr 2003

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Renée Zellweger. Catherine ZetaJones!! Queen Latifah!!! Lauter Klassefrauen (und Richard Gere) eröffnen die Berlinale (6.-16. 2.), in Rob Marshalls Musical „Chicago“. Zum Abschluss feiern die Gangs of New York von Martin Scorsese Europa-Premiere, mit Leonardo DiCaprio und Daniel Day-Lewis als Bösewicht (im Kino ab 20. 2.). Auch auf die beiden „Matrix“-Fortsetzungen freut sich die Cineasten-Gemeinde. The Matrix Reloaded und The Matrix Revolutions , mit Keanu Reeves, Laurence Fishburne und Carrie-Anne Moss. „Reloaded“ soll bei uns im Juni starten, Folge Nummer 3 ein halbes Jahr später. „Newsweek“ schwärmt von nie dagewesenen Action-Szenen und zitiert Kameramann Bill Pope: „,The Fast and the Furios’ sieht dagegen aus wie ,The Slow and the Dimwitted’“. Und der deutsche Film? 2003 stehen Neuigkeiten von Wolfgang Becker, Oskar Roehler, Hans-Christian Schmid, Margarethe von Trotta und Romuald Karmakar ins Haus. Mindestens. Außerdem: Wetten, dass Dogville, der neue Lars von Trier , in Cannes (14.-25.5.) laufen wird?

Kunst: Erste Station der Ausstellungstournee mit Werken von Kasimir Malewitsch ist die Deutsche Guggenheim Berlin. Der Begründer des Suprematismus wird anlässlich seines 125. Geburtstages mit 120 Werken vorgestellt (18.1.-27.4.) Londons National Gallery zeigt ab Februar eine Übersicht zum Werk von Tizian. Seine Gemälde zählen in den großen Museen der Welt zu den Hauptattraktionen – umso schwieriger, das Oeuvre des Meisters der venezianischen Renaissance in einer Ausstellung zu vereinen (19.2.-18.5.). Den Herbst dominiert die Berlin–Moskau/Moskau–Berlin1950–2000 . Acht Jahre nach der ersten Hälfte dieses Jahrhundert-Vergleichs wird nun im Martin-Gropius-Bau die Nachkriegszeit in den Blick genommen.

Architektur: Am 23. Januar wird die neue Französische Botschaft am Pariser Platz in Berlin eingeweiht. Der kraftvolle Entwurf des Stararchitekten Christian de Portzamparc schließt die letzte Lücke auf der Nordseite des Platzes. Im März eröffnet in Wien die renovierte und von Hans Hollein mit neuem Eingang versehene grafische Sammlung Albertina – ein spektakuläres Beispiel für die Verbindung von historischer und zeitgenössischer Baukunst. Ansonsten kann man das Jahr über in Hamburg beobachten, wie aus der einstigen „Speicherstadt“ am Elbufer ein neues Wohn- und Büroquartier wird: die HafenCity.

Klassik: Mon Dieu, die Franzosen kommen! Die Welt feiert den 200. Geburtstag von Hector Berlioz und flicht dem Komponisten schon lange vor dem 11. Dezember große, bunte Sträuße zwischen Paris, Stuttgart, Baden-Baden und Berlin ( www.berlioz2003.com ). Ebenfalls in Paris steigt Anfang Februar (31.1. - 15.2.) das erste umfassende Henze-Festival u.a. mit der Aufführung aller zehn Sinfonien. In Berlin darf man sich auf Peter Konwitschnys Debüt an der Komischen Oper mit Mozarts „Don Giovanni“ freuen (23. März). Und auch die großen internationalen Festivals warten mit Mozart-Schmankerln auf: In Glyndebourne hebt sich am 10. Juni der Vorhang über „Idomeneo“ – mit Simon Rattle im Graben und Peter Sellars am Regiepult. Und Salzburg setzt am 6. August seinen Mozart-Harnoncourt-Kusej -Zyklus mit „Titus“ fort.

Pop: It’s Only Rock’n’Roll But We Like It – das Motto behält auch im neuen Jahr seine Gültigkeit. Die Rolling Stones begehen ihr 40-jähriges Bestehen mit einer bombastischen Tournee, die sie im Sommer nach Deutschland führen wird, unter anderem am 15. Juni nach Berlin (Termine unter www.iorr.org ). Vielleicht ist es das letzte Mal, das man die größte Band der Welt live erleben kann. Wem ein etwas kleineres Konzert reicht, geht zu den wiederauferstandenen Fehlfarben (am 30. Januar in Berlin), zu Herbert Grönemeyer (3. bis 5. Juni) oder Robbie Williams (8. und 9. Juli). Außerdem freuen wir uns auf neue Alben von Blur , Calexico , Surrogat und der wunderbaren Portishead-Sängerin Beth Gibbons.

Theater: Das ist auch mal eine rundum gute Nachricht – am 29. März eröffnen in München die Kammerspiele endlich ihr umgebautes und renoviertes Haupthaus mit Shakespeares Othello . Regie führt Luk Perceval, Feridun Zaimoglu hat den alten „Mohren von Venedig“ frisch überarbeitet. Am Berliner Ensemble trifft Robert Wilson auf Herbert Grönemeyer . Der deutsche Rockstar schreibt die Musik für Büchners „Leonce und Lena“. Nina Hoss spielt die Prinzessin. Premiere soll im Mai sein: Dann ist auch wieder Theatertreffen , und Peter Zadek traut sich im Wonnemonat am Deutschen Theater Berlin an Brechts Mutter Courage heran, mit Angela Winkler in der Hauptrolle. Neues von Peter Handke am Wiener Akademietheater: Luc Bondy inszeniert die Uraufführung von „Untertagblues“.

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