Kultur : Tod und Teufel

THEATER

Lena Gr,huber

„Du schaffst das“, flüstern die Stimmen, immer wieder. Elli schafft es nicht. Dabei steht die Flinte direkt neben ihr, Elli muss nur noch richtig zielen, um zu sterben. Aber vorher hat sie einiges zu sagen und als sie damit fertig ist, ist der Tod auch keine Alternative mehr, genauso wenig wie das Leben. Tim Staffels neues Stück „Von Cowboys und Elfen“, uraufgeführt im theaterdiscounter (Regie / Musik: Alexandra Holtsch), beginnt im Übergang. Zwei Frauen (Silke Buchholz, Karina Schieck) treffen in einer Wohnung aufeinander: Elli, die gerade gehen will, Elisabeth, die eben kommt. Sie tauschen sich aus, buchstäblich: wie ihre Namen Teil voneinander sind, verschwimmen auch ihre Identitäten. Weil sich alle, die ihnen etwas bedeuteten durch Tod entzogen haben, besprechen die Gestrandeten das Unsichtbare, fantasieren über mexikanische Totenkulte, beschwören isländische Elfen, die Hüter des Zwischenreichs, zu dem die Cowboys keinen Zugang haben. Denn die Cowboys kontrollieren die Sprache, die Gefühle und den Tod. Die beiden Elfen-Ellis aber spinnen sich ein in einen Kokon aus Klebeband. Wir müssen draußen bleiben – und sind gefangen in diesem fragmenthaften Netz aus Sprache und Musik. Allein, es hört zu früh auf, hängt oft zu schwebend über dem Abgrund. Der Maschendrahtzaun um die Bühne ist mit Watte gepolstert. (wieder am 27., 30.7.-2.8., 20 Uhr).

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