Todesursache : Ermittler verdächtigen Michael Jacksons Arzt

Jacksons letzter Leibarzt gilt im Rahmen von Untersuchungen der Todesursache offiziell als Verdächtiger. Das geht aus zwei Durchsuchungsbefehlen hervor

Nach Angaben der Los Angeles Times heißt es in einem von insgesamt zwei Durchsuchungsbefehlen, die Ermittler suchten nach "Belegen für ein Tötungsdelikt, die darauf hinweisen, dass Dr. Conrad Murray die besagte Straftat begangen hat".

Aus Ermittlerkreisen hatte es im Vorfeld geheißen, es gebe Anzeichen dafür, dass Murray dem medikamentensüchtigen Sänger das Narkosemittel Propofol verschafft hat. Dieses darf nur zur Anästhesie in Krankenhäusern verabreicht werden.  Ermittlern soll laut dem Internetdienst tmz.com Beweismaterial vorliegen, nach dem Michael Jackson kurz vor seinem Herzversagen eine Propofol-Injektion erhalten hatte.

Bisher hatte die Polizei den Kardiologen ausdrücklich nicht als Beschuldigten geführt. Er war seit Mai für ein Monatsgehalt von 150.000 Dollar bei Jackson angestellt und sollte ihn bei seiner Comeback-Tour "This is it" in London begleiten. Murray war am 25. Juni bei Michael Jackson, als der seinen Zusammenbruch erlitt und hatte noch versucht, den Sänger wiederzubeleben.

Am Donnerstag waren zwei Durchsuchungsbefehle bei einem Gericht im texanischen Landkreis Harris vorgelegt worden. Aufgrund dieser gerichtlichen Anordnungen hatten Ermittler bereits am Mittwoch die Praxis und einen Lagerraum von Jacksons Privatarzt Conrad Murray durchsucht und zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt, darunter eine Computerfestplatte, eine Adressendatei sowie Rezepte, Rechnungen und Medikamente.

Noch ist die Todesursache von Michael Jackson nicht endgültig geklärt. Die offizielle Autopsie hatte gleich im Anschluss an das tödliche Herzversagen des Popstars kein Ergebnis gebracht. Auch über das Ergebnis der zweiten Obduktion, die die Familie Jackson durchführen ließ, gibt es bislang nur Mutmaßungen. Danach sollen Einstiche und Spuren von Propofol in dem Leichnam gefunden worden sein. Die offiziellen Ergebnisse stehen jedoch noch aus. Sie sollen Ende kommender Woche veröffentlicht werden.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, sp

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