TOP TEN (4)  VON MARTIN BÖTTCHER : Die 10 besten Elektro-Alben

Kraftwerk
Kraftwerk

Sie waren und bleiben die Ersten, die Düsseldorfer Pioniere der elektronischen Musik. Hier ihr Meisterstück: der Mensch wird zum Roboter. Das Weltall lockt mit unendlichen Weiten. Und auf der Erde geben Models den Ton an. Dazu kommt der perfekte Klang, der Electrobegeisterte ewig beeinflussen wird.

Bars und Cafés in aller Welt

bemühten sich um die Jahrtausendwende zwar intensiv,

diese Musik zu zerstören. Aber vergeblich. Die K & D Sessions, die gesammelten Remixe dieses Wiener Duos, sind zwar nicht mehr verblüffend, aber nach wie vor einzigartig. Bekiffte, geniale Langsamkeit.

2003: Weniger ist mehr, Techno wird Kunst und Ricardo Villalobos ist Schuld daran. Mit „Alcachofa“ übergibt er seinen Gläubigen die Bibel des „Minimal“. Elektronische Musik,

reduziert auf das Wesentliche, die sich viel Zeit nimmt. Und trotzdem oder deswegen Begeisterungsstürme auslöst.

Burial, der J. D. Salinger der Elektromusik, einer, der anonym bleiben möchte. Schwer mit so einem Monsteralbum. Scheinbar ziellos irren verschiedene Rhythmen durch seine Songs, Effekt über Effekt liegt auf seinen unkenntlich gemachten R’n’B-Samples. Klänge wie nicht von dieser Welt.

Karin Dreijer Anderssons Musik gewordener düsterer Traum aus der klaustrophobischen Welt der Schlaflosigkeit. Die Melodien kriechen, die Beats schleichen, die Stimme verlangsamt sich bis zu dem Punkt, an dem nicht mehr entschieden werden kann, ob Mann, Frau oder Maschine am Mikro stand.

Hier war sie also endlich, die große Party, die „Indietronic“ schon lange versprochen hatte: Indie trifft Electro. Aber ohne fetten Bass, ohne Kreischgitarren, dafür sehr subtil und mit den schönsten Melodien, die sich mit halb gebrochenem Herzen und verloren in der Großstadt komponieren lassen.

Die bekannteste Electro- Gruppe der Welt hält ihr zweites Album für ihr schlechtestes. Warum nur? Hier finden sich einige ihrer besten Melodien. Die Synthesizer werden nicht mehr als lustige Gimmicks verstanden, DM haben – dauerhaft – ihren melancholischen und leicht

rätselhaften Ton gefunden.

Luftiges, unterschätztes Meisterwerk des an Meisterwerken reichen Kollektivs aus Bristol. Die musikalische Unentschlossenheit des gefeierten Debüts zurücklassend, machen Massive Attack den Trip-Hop-Sack zu. Nie hörte sich Gastsänger Tricky verführerischer, Gastsängerin Tracy Thorn cooler an.

Und noch einmal: Techno wird Kunst. Jeff Mills, DJ-Legende aus Detroit, verbrüdert sich mit dem Philharmonischen Orchester Montpelliers. Dieser Konzertmitschnitt lehrt Techno- und Klassik-Puristen gleichermaßen das Fürchten. Zwingt er doch für eine großartige Stunde, die Scheuklappen abzulegen.

1980 war das Jahr, in dem die Zukunft in der Gegenwart angelangt war und die Musik in ein neues Zeitalter trat. Den Beweis lieferten Visage mit ihrem gleichzeitig futuristischen (Synthesizer) und traditionellen (Gitarren) Debüt. Noch immer hört man dem Album an, mit welchem Aufwand sie hier zu Werke gingen.

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