• Tourismusplakate: Für Urlauber empfohlen: Tourismuswerbung in einer Berliner Ausstellung

Tourismusplakate : Für Urlauber empfohlen: Tourismuswerbung in einer Berliner Ausstellung

Kleb dir eins: Wer Reisen anbietet, muss für sich werben. Das Deutsche Historische Museum Berlin zeigt Tourismusplakate.

Jennifer Lynn Erdelmeier
Berlin-Werbung von Hans und Ruth Albitz, 1952.
Ob Berlin damals schon cool war? Das Werbeplakat gestalteten Hans und Ruth Albitz, 1952.Foto:© DHM

„Rund um die Welt“ nennt das Deutsche Historische Museum (DHM) eine Ausstellung mit 260 Tourismusplakaten. Plakate, DHM – war da nicht was? Richtig, im vergangenen Jahr hatte der Bundesgerichtshof das Museum zur Rückgabe von über 4000 Plakaten der Sammlung Sachs verurteilt. Peter Sachs, der Sohn des jüdischen Sammlers Hans Sachs, hat die Kollektion längst zurückerhalten, betont Alexander Koch, der Präsident der Museumsstiftung. Allerdings entschloss sich der Erbe, seine Schätze bei einer Auktion in New York zu verkaufen. Dort konnten die Berliner Museumsleute im Januar einen Teil zurückerwerben. Koch weist darauf hin, dass dem Museum trotz des Verlusts ein Fundus von 75 000 Plakaten bleibt.

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Plakat zur Ausstellung, es basiert auf einer Werbung der Norddeutschen Lloyd Bremen, um 1930.Weitere Bilder anzeigen
1 von 12Foto: Dorén + Köster, 2013 © DHM
19.06.2013 15:07Das Plakatmotiv zur Ausstellung mit Tourismusplakaten, nach einer Werbung der Norddeutschen Lloyd Bremen von Willy Hanke, um 1930....

Neben Werbung und politischen Plakaten finden sich darunter auch viele Tourismusplakate. Die Ausstellung präsentiert vor allem Exponate aus der Zwischenkriegszeit sowie aus den fünfziger und sechziger Jahren. Weimarer Republik, NS-Zeit, Wirtschaftswunder, Sozialismus: Zu besichtigen sind farbenfrohe Schauwerte und das Design namhafter Grafiker, es geht aber auch um die Schattenseiten des Massentourismus und um die Frage, was es hieß, zu DDR-Zeiten zu reisen – oder eben nicht. Nebenbei wird das Plakat als Werbeträger unter die Lupe genommen: Auch im Internetzeitalter kommt kaum eine große Städte-, Schifffahrts- oder Fluglinien-Kampagne ohne Plakat aus. Ebenso lassen sich die Stereotypen der Tourismusbranche im Wandel der Zeitgeschichte verfolgen: Fernweh, Exotismus, Rassismus, schneller Reisen als futuristische Utopie, das Reisen als Statussymbol. Übrigens: Fünf der aus der Sammlung Sachs zurückgekauften Plakate sind der Schau seit 10. Juni hinzugefügt. Jennifer Lynn Erdelmeier

DHM, bis 1. September, tgl. 10 – 18 Uhr, der 120-seitige Katalog kostet 11,80 Euro.

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