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Trauerfall : Schauspieler Otto Sander ist tot

Er spielte in Kinoerfolgen wie „Die Blechtrommel“ und „Das Boot“ mit - Schauspieler Otto Sander, der vielen Filmen und Hörbüchern seine Stimme lieh, ist am Donnerstag im Alter von 72 Jahren in Berlin verstorben.

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Foto: Thilo Rückeis
12.09.2013 14:09Otto Sander (1941 - 2013)

Otto Sander, einer der großen Darsteller des deutschsprachigen Theaters, ist tot. Sander sei am Donnerstag im Alter von 72 Jahren in Berlin gestorben, teilte die Künstleragentur Meistersinger im Namen seiner Familie mit. Der 1941 in Hannover geborene Sander hatte sich mit seiner sonoren Stimme auch einen Ruf als Synchronsprecher im Film und Vorleser in Hörbüchern erworben.

Sander, der seit langem an Krebs erkrankt war, zählte von 1970 bis 1979 zum Ensemble der legendären Berliner Schaubühne und spielte dort vor allem unter der Regie von Peter Stein mit Schauspielern wie Edith Clever, Jutta Lampe und Bruno Ganz. Er wirkte in 130 Kino- und Fernsehfilmen mit, darunter in Volker Schlöndorffs „Blechtrommel“, in Wolfgang Petersens „Das Boot“ sowie in den Filmen von Wim Wenders „Der Himmel über Berlin“ und „In weiter Ferne, so nah“.

Der Künstler war mit der Schauspiel-Kollegin Monika Hansen verheiratet und damit Stiefvater der Schauspieler Ben und Meret Becker. „Otto Sander war ein leidenschaftlicher Schauspieler und ein wunderbarer Mensch“, erklärte die Schaubühne am Lehniner Platz.

„Jeder, der ihn als Alexander Ignatjewitsch Werschinin in «Drei Schwestern«, als Fotograf in «Schlusschor« oder als Amphitryon erlebt hat, wird wissen, was er den Zuschauern und uns gegeben hat: wundervolles, großes Theater“, erklärte die Schaubühne.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) nannte Sander einen der profiliertesten Charakterdarsteller in Deutschland. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erklärte, die Stadt habe eine große künstlerische Persönlichkeit verloren.

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12.09.2013 14:09Otto Sander (1941 - 2013)

Am Theater arbeitete Sander auch mit Regisseuren wie Robert Wilson und Klaus Michael Grüber zusammen. Zu seinen Stationen gehörten neben Berlin immer wieder auch Wien und Bochum, wo er unter anderem als „Hauptmann von Köpenick“ glänzte. 1999 wurde er zum „Schauspieler des Jahres„ gewählt, zum zweiten Mal nach 1979.

Der in Peine bei Hannover aufgewachsene Sander studierte in München Theaterwissenschaften, Germanistik und Kunstgeschichte.

Gleichzeitig nahm er Schauspielunterricht an der Otto-Falckenberg- Schule. Sein Bühnendebüt gab er 1966 an den Düsseldorfer Kammerspielen. 1968 wechselte er an die Freie Volksbühne in Berlin.

Dem Fernsehpublikum wurde er unter anderem als Streckenwärter Lansky in der ARD-Krimireihe „Polizeiruf 110“ bekannt. Dort stand er auch mehrfach mit Stiefsohn Ben Becker vor der Kamera. (dpa)

Der Tagesspiegel hatte Sander vor zwei Jahren ein großes Porträt gewidmet - lesen Sie selbst.

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