Kultur : Tunnel-Inferno: Die Fahnen wehen auf Halbmast

Das Entsetzen stand dem Oberpfälzer Landrat Hans Wagner (65) in Amberg ins Gesicht geschrieben. Mit tränenerstickter Stimme sprach er am Sonntag über die Katastrophe. In den Gemeinden Vilseck, Hahnbach und Sulzbach-Rosenberg wehten die Fahnen auf Halbmast: 20 Wintersportler aus ihren Orten waren bei der schrecklichen Gletscherbahn-Katastrophe am österreichischen Kitzsteinhorn bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Darunter junge Familien, Ehepaare und Jugendliche - alle im Alter zwischen 16 und 40 Jahren.

Nach langem Bangen wurden am Sonntagvormittag Vermutungen schreckliche Gewissheit: Von den 50 Mitgliedern des Skiclubs Unterweißenbach werden 20 nie mehr heimkommen. Zusammen mit seiner Frau Irene sprach Landrat Wagner den Angehörigen sein Beileid aus, auch wenn ihm die Worte angesichts der Katastrophe fehlten. Um ein Haar wäre auch seine Familie betroffen gewesen. Sein Sohn wollte ursprünglich an diesem Wochenende in Kaprun Ski fahren. Erst im letzten Augenblick habe er sich entschieden, zu Hause zu bleiben.

Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden kamen zu einer Krisensitzung zusammen. Zwölf der Opfer sollen aus Vilseck, sechs aus Hahnbach und zwei aus Sulzbach-Rosenberg stammen. Ihre Familien und Freunde versammelten sich am späten Vormittag zum gemeinsamen Gebet in einem Pfarrheim in Hahnbach und wurden von Seelsorgern betreut. Auch Landrat Wagner nahm daran teil und sprach mit den Angehörigen, von denen viele das Unfassbare noch nicht glauben konnten.

Papst Johannes Paul II. bekundete den Hinterbliebenen sein Beileid. Er habe die Nachricht von dem Unglück mit großer Anteilnahme aufgenommen und bekudne seine Verbundenheit mit den Hinterbliebenen, hieß es aus dem Vatikan.

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