Kultur : Tunnel-Inferno: Skiverband Berlin hatte Kaprun ab Mittwoch gebucht

kög

Einige Mitglieder des Skiverbandes Berlin verfolgen die Berichte über die Katastrophe am Kitzsteinhorn mit gespaltenen Gefühlen. "Kaprun / Kitzsteinhorn, 15. bis 19. November", liest Hubertus Müller, Mitglied im Berliner Ski-Lehrteam und früherer stellvertretender Vorsitzender des Berliner Skiverbands vom Buchungszettel ab. Von Mittwoch an sollte dort ein Fortbildungslehrgang für Berliner Skiübungsleiter mit Trainer Thomas Ofner im Buckelpisten- und Carvingskifahren stattfinden. Auch am ersten Advent wollten Berliner auf den Hängen in der Europasportregion Kaprun / Zell am See trainieren: Das Landeslehrteam der Berliner Skifahrer wollte diesmal auch zahlreiche Nachwuchstalente zum Skifahren am Kitzsteinhorn nach Kaprun mitnehmen. "Ich bin entsetzt darüber, was dort passiert ist, zumal ich die Bahn von früher kenne", sagt Hubertus Müller. Auch der Berliner Ski-Experte äußerte die Vermutung, dass Feuerwerkskörper anlässlich des Snowboard-Events mit der Standseilbahn den Berg hinauf transportiert werden sollten.

Unterdessen setzt auch zahlreichen Berliner Wintersportlern die Ungewissheit zu, ob Freunde, Familienangehörige oder Bekannte unter den Opfern sein können. Am Unglückstag reiste Luzia Lorenz, beim Berliner Snowboard-Verein zuständig für das Training der Alpin-Brettfahrer, mit Berliner Snowboardern zum Training in die Schweiz. Clemenz Schirmer, einer von drei Vorststandmitgliedern des hiesigen Snowboard-Vereins, wusste von keinem Sportler der vereinsgebundenen Szene der so genannten Freestyle-Fahrer, der zu dem Event nach Kaprun gereist sein könnte. Seiner Schätzung nach gibt es in Berlin mindestens 15 000 bis 20 000 vor allem junge Leute, die sich dem Snowboard-Wintersport verschrieben haben. Ob jemand von ihnen unter den Opfern ist, weiß bislang niemand.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben