Kultur : Über Reformstudien und Staatssekretäre

chp

Nein, eine Geheimstudie ist auch der Senatskanzlei nicht bekannt. Das am Sonntag in der "Berliner Morgenpost" zitierte Expertenpapier zur Kultur-Reform ist identisch mit der "BerlinStudie" der EU-Komission, die neben Zukunftsszenarien für Berlins Wirtschaft und Wissenschaft auch "Kulturstrategien" entwickelt. Sie ist - von wegen geheim - im Internet nachlesbar ( www. berlin-de/europa ) und fordert mehr Entstaatlichung, Deregulierung und Bürgerbeteiligung auch bei kulturellen Institutionen. Nichts Neues und nichts Skandalöses also, schon gar keine radikale Diepgen-Offensive gegen die verkrusteten Strukturen der Berliner Kulturlandschaft.

Die "Kulturstrategien" der Studie wurden übrigens von Bernhard Schneider verfasst. Der Stadtplanungsexperte war nach Christa Thobens Amtsantritt als Kulturstaatssekretär im Gespräch. Nun rätselt die Szene über die Kulturstaatssekretäre des designierten Thoben-Nachfolgers Christoph Stölzl. Die Senatskanzlei betont, dass beide Sekretäre Christa Thobens, Josef Lange (Wissenschaft) und Alard von Rohr (Kultur), rein formal noch im Amt sind, mindestens bis zu Stölzls voraussichtlicher Wahl am 13. April. Josef Lange wohnte der gestrigen Staatssekretärsrunde übrigens bei, Alard von Rohr dem Vernehmen nach nicht. Und Elmar Weingarten, über dessen Ernennung zum Kultur-Staatssekretär rege spekuliert wird? Der Intendant der Berliner Philharmoniker winkt ab. Er sei mit Christoph Stölzl in ständigem Kontakt, vermutet aber, dass die CDU den Posten mit einem Parteimitglied besetzen will. Wenn von Rohr aller Wahrscheinlichkeit nach seinen Stuhl bald räumt, dürfte er einen Rekord halten. Nach nur drei Monaten Senatsarbeit hat er sein Auskommen - als Beamter auf Lebenszeit.

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