Überblick : Berlinale extrem

Vom längsten Film bis zur besten Party: Rekorde der diesjährigen Filmfestspiele.

Längster Film
Hurra, die Marathonfilme sind wieder da. Im Forum. Spitzenreiter ist „Himmel und Erde“ von Michael Pilz (285 min), gefolgt von „Utopians“ und „Heaven’s Story“ (je 278 Min.). Der längste Wettbewerber ist Béla Tarrs 146-Minüter „A Torinói Ló“ (The Turin Horse).
Kürzester Film
Tom Schreibers Gratulationsfilm zum 10. Geburtstag der Perspektive Deutsches Kino: 68 schlanke Sekunden.
Ältester Regisseur
Kurt Maetzig. Zu Ehren des 100-Jährigen läuft am 12.2. im Zeughauskino „Vergesst mir meine Traudel nicht“ (1957).
Jüngster Regisseur
Roman Zabarauskas aus Litauen ist 20. Sein Filmtitel „Porno Melodrama“ (Panorama) klingt nicht nach Kinderkram.
Meiste Regisseure
„Live in a Day“, ein globales Youtube-Experiment mit 81 000 Filmemachern. Deren Uploads stammen alle vom 24. Juli 2010, aus 5000 Stunden Material hat Kevin McDonald einen 90-Minüter montiert. Gibt’s online – und im Panorama.
Häufigstes Land
Auf Deutschland, mit 55 Filmen quer durch alle Sektionen, folgt Schweden mit 51 Beiträgen (Bergman-Retro!). ForumsChef Christoph Terhechte, Mathefreak des Festivals, hat noch was auf dem Zettel: Tschechen und Slowaken machen zusammen zwar nur ein 462stel der Weltbevölkerung aus, stellen aber mit drei Filmen ein 13tel des Forums-Programms – womit sie 35 Mal so häufig vertreten sind wie der Durchschnitt. Alles klar?
Seltenste Sprache
Wie wär’s mit Karen? Das sprechen die Karen, ein südostasiatisches Bergvolk, im Kurzfilm „Crossing Salween“. Oder mit Taschelhit, eine Sprachvariante der Berber, im Kurzfilm „Mokthar“ (beide in der Reihe Generation). Das deutsch-türkische Kauderwelsch im Wettbewerbsfilm „Almanya“ ist aber auch nicht ohne.
Schrillste Klamotten
Miranda July in der Tanzszene ihres Wettbewerbsfilm „The Future“.
Schönste Transplantation
Im brasilianischen Forums-Film „Os Residentes“: Aus weiblichen Schamhaaren wird ein Oberlippenbart.
Meiste Tiere
In der Kinder- und Jugendreihe Generation. Es gibt massenweise Hunde, sogar rote, Mini- und Riesenbären, Eulen, Katzen, Hasen, Schweine und Raben.
Schrägster Filmtitel
„Kampf der Königinnen“ (Perspektive). Es geht um Kühe.
Längster Filmtitel
„weißt du eigentlich dass ganz viele blumen blühen im park“ ist auch der kleinstgeschriebene Titel (Perspektive).
Zweitlängster Filmtitel
„Jagadangchak: shidaejeongshin kwa hyeonshilchamyeo“ aus Korea (Forum). Auf gut Denglish heißt das „Self Referential Traverse: Zeitgeist and Engagement“ und ist 100 Prozent Underground.
Meiste Drogen
In Jonas Mekas’ „Sleepless Nights“ wird unentwegt getrunken, in James Bennings „Twenty Cigarettes“ eine Zigarette nach der anderen geraucht (beide Forum).
Beste Party
Immer die, die man verpasst. Zum Trost empfiehlt sich das Weihnachtsfest in „Fanny und Alexander“ (Retrospektive).
Schönste Variante
Im Western-Remake „True Grit“ der Coen-Brüder trägt Jeff Bridges die Augenklappe rechts (Merke: mit dem linken sieht man besser). John Wayne trug sie im Original links. Bridges: „I’m a commie.“

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