Überblick : "Worte" und "Unworte" des Jahres seit 1995

Sie gelten als Ausdruck des Zeitgeistes in Deutschland. Die Nachrichtenagentur dpa dokumentiert die "Worte" und - mit kurzer Begründung der Jury - die "Unworte" seit 1995.

Wort des Jahres:



1995: «Multimedia»
1996: «Sparpaket»
1997: «Reformstau»
1998: «Rot-Grün»
1999: «Millennium»
2000: «Schwarzgeldaffäre»
2001: «Der 11. September»
2002: «Teuro»
2003: «Das alte Europa»
2004: «Hartz IV»
2005: «Bundeskanzlerin»

Unwort des Jahres:<<br />
1995: «Diätenanpassung» (Beschönigung der Diätenerhöhung im Bund)

1996: «Rentnerschwemme» (Falsches Naturbild für einen sozialpolitischen Sachverhalt)

1997: «Wohlstandsmüll» (Umschreibung arbeitsunwilliger und -unfähiger Menschen durch den Ex-Nestlé-Verwaltungspräsidenten Helmut Maucher)

1998: «sozialverträgliches Frühableben» (Zynisch wirkende Ironisierung durch den Ex-Präsidenten der Bundesärztekammer, Karsten Vilmar)

1999: «Kollateralschaden» (Verharmlosung der Tötung Unschuldiger als Nebensächlichkeit, NATO-offizieller Terminus im Kosovo-Krieg)

2000: «National befreite Zone» (Zynisch heroisierende Umschreibung einer Region, die von Rechtsextremisten terrorisiert wird)

2001: «Gotteskrieger» (Kein Glaube an einen Gott gleich welcher Religion kann einen Krieg oder gar Terroranschläge rechtfertigen)

2002: «Ich-AG» (Reduzierung von Menschen auf Börsenniveau)

2004: «Humankapital» (Degradierung nicht nur von Arbeitskräften in Betrieben, sondern von Menschen überhaupt zu nur noch ökonomischen Größen)

2005: «Entlassungsproduktivität» (Verschleierung der Mehrbelastung derjenigen, die ihren Arbeitsplatz noch behalten konnten) (tso/dpa)

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