Kultur : Ulrich und Ulrich

Detlev Buck, Stammgast in Hof seit seinen Anfängen und auch in späteren Erfolgjahren zumindest mit Kostproben seiner jeweils neuesten Filmprojekte präsent, ist diesmal nicht dabei.Sein neuer Film "Liebe deine Nächste", ein City-Krimi im Heilsarmee-Milieu, ist zwar faktisch fertig - von heute an wird er zu ersten Pressevorführungen gezeigt -, wird aber auf dem traditionsreichen fränkischen Festival, das sich seit jeher um den deutschen Film besonders kümmert, nicht zu sehen sein.Freunde des lakonischen schleswig-holsteinischen, genauer: nienwohldschen Humors, die von "Karniggels" über "Wir können auch anders" bis schließlich "Männerpension" keinen Buck-Film missen mochten, müssen sich noch ein paar Wochen gedulden - erst exakt Heiligabend kommt der neueste Wurf des vor drei Jahren zum Hofer Filmpreisträger Erkorenen in die Kinos.

Andere können - und wollen - auch anders: Dani Levy etwa zeigt seinen New-York-Thriller "Meschugge" (Kinostart im Januar) mit Maria Schrader schon in Hof.Auch Nina Grosses Hölderlin-Film "Feuerreiter" mit den beiden Ulrichs des deutschen Qualitätskinos - Matthes und Mühe - wird auf dem von Heinz Badewitz vor über 30 Jahren gegründeten und seither in Kontinuität verkörperten, längst klassischen Klassentreffen der deutschen Filmszene zu sehen sein.Weitere deutsche Titel auf dem heute beginnenden Festival: Lars Beckers "Das Gelbe vom Ei", Wolfgang Dickmanns "Jimmy The Kid", Yilmaz Arslans "Yara" und Conny Walthers "Hauptsache Leben" (ihr Erstlingsfilm "Das erste Mal", der vor zwei Jahren in Hof Premiere hatte, landete soeben nicht wie bis zuletzt geplant im Kino, sondern in der "Wilde Herzen"-Reihe der ARD).Die Schweiz schickt Fredi Murers "Vollmond", Österreich "Megacities" von Michael Glawogga ins Rennen.

Weitere Höhepunkte dürften Festivalerfolge von anderswo werden, allen voran Roberto Benignis umstrittene Holocaust-Komödie "Das Leben ist schön", die am 12.November in unsere Kinos kommt.Deutschland-Premiere feiern aber auch Larry Clarks ("Kids") neuer Film "Another Day in Paradise", Kiefer Sutherlands Erstling "Ort der Wahrheit" und "Happiness" von Todd Solondz, dessen "Welcome to the Dollhouse" beim Berlinale-Forum Furore machte.Die Retrospektive ist dem britischen Regisseur Alan Clarke (1935 bis 1990) gewidnet. jal

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben