Kultur : Umstrittene Installation im Reichstag

Erst am Dienstag hatte der Kunstbeirat des Bundestages beschlossen, die umstrittene Installation des Künstlers Hans Haacke für den nördlichen Innenhof des Reichstagsgebäudes zu realisieren. Prompt folgte gestern harscher Protest von Seiten der CDU/CSU-Fraktion. Peter Ramsauer, Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU, will am heutigen Donnerstag den Ältestenrat des Parlaments dazu auffordern, den Beschluss wieder rückgängig zu machen: "Es wäre ein Novum, wenn ein Kunstwerk für das Parlament in Auftrag gegeben wird, wenn ein großer Teil der Fraktionen dagegen ist." Haacke möchte im Innenhof einen Holztrog aufbauen und mit Erde aus den Wahlkreisen der 669 Abgeordneten füllen zu lassen. Durch Flugsamen und Samen von den Heimatorten der Parlamentarier soll sich im Innenhof "eine freie Vegetation entfalten", aus der Neonleuchtbuchstaben nach oben strahlen, die sich für den Betrachter aus den Obergeschossen zu den Worten "Der Bevölkerung" fügen. Dazu Haacke: "Die Abgeordneten bringen mit ihrem Beitrag symbolisch zum Ausdruck, dass sie es als ihren persönlichen Auftrag verstehen, den Interessen der ganzen (!) Bevölkerung zu dienen, und dass sie sich zur Korrektur der nationalistischen exklusiven Parole auf der Fassade des Reichstagsgebäudes bekennen."

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