Kultur : UN-Konferenz gegen Rassismus: Zweierlei Maß. Rassismus - was ist das eigentlich?

Rassismus ist jede Unterscheidung, Ausschluss, Vorenthaltung oder auch Besserstellung auf Grundlage von Rasse, Hautfarbe, Herkunft oder nationaler oder ethnischer Zugehörigkeit, die den Zweck oder das Ergebnis hat, dass einzelne Menschenrechte nicht wahrgenommen werden. So jedenfalls steht es in dem Internationalen Übereinkommen zur Beseitigung jeglicher Form von Rassendiskriminierung von 1966. Auch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, der Internationale Pakt für bürgerliche und politische Rechte sowie der Internationale Pakt für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte verbieten die Diskriminierung auf der Grundlage von "Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion".

Dennoch werden überall auf der Welt diese Grundrechte missachtet. Besonders marginalisiert werden zum Beispiel die "Dalits" ("Unberührbare") in Indien und die 300 Millionen Menschen, die indigenen Völkern (Ureinwohnern) zugerechnet werden. Im Falle der "Dalits" ist das indische Kastensystem die Grundlage der Diskriminierung. Dalits dürfen nicht auf einer Ebene sitzen mit Menschen der dominanten Kasten. Noch immer sollen in Indien bis zu 800 000 Unberührbare landesweit Latrinen mit ihren bloßen Händen säubern.

Auch die Situation der indigenen Bevölkerung hat sich nur wenig verbessert. Ob in Lateinamerika, Asien oder Afrika: Noch immer werden Indigenas ausgegrenzt, wird ihnen ihre Lebensgrundlage (Wälder, Fischgründe, Landwirtschaft) zerstört. So gehören sie meist zu den Ärmsten der Armen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar