Kultur : UN-Vollversammlung: Fischers Grußwort aus New York

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Bundeskanzler Schröder hat es schon ein paar Mal gesagt, Außenminister Fischer auch. Die Rolle der Vereinten Nationen (UN) müsse gestärkt werden - allgemein und für eine Lösung in Afghanistan. Deutschland sei bereit, in der UN mehr Verantwortung zu übernehmen, Verantwortung auch für "eine große humanitäre Anstrengung für das afghanische Volk", wie es Joschka Fischer am 8. November im Bundestag formulierte. Und Verantwortung dafür, "dass wir eine politische Lösung voranbringen", wie er sagte.

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Humanitäre Hilfe, politische Anstrengung - für Fischer sind sie gleichbedeutend neben dem Militärischen. Seit dem 11. September finden sich deshalb diese Versatzstücke in den Reden des Außenministers. Heute wird er wieder eine Rede halten, diesmal nicht vor dem Grünen-Länderrat, auch nicht vor dem Bundestag, sondern vor der UN-Vollversammlung. Seine Rede wird nicht nur an die Führer der Nationen gerichtet sein, sondern auch an seine Partei. An die Basis, an jene Grünen-Zweifler, die einen deutschen Militäreinsatz in Afghanistan nicht mittragen wollen. An die, die nicht mehr daran glauben wollen, dass der deutsche Außenminister, der Grüne Joschka Fischer, tatsächlich noch grüne Positionen vertritt, grüne Grundsätze.

Dabei ist sich Fischer in seinen Reden nach dem Anschlag treu geblieben: militärische Solidarität ja, aber auch Diplomatie und humanitäre Hilfe. Immer wieder hat er in seinen Reden auf die UN verwiesen, die klar gemacht hätten, dass es sich bei diesem Terror um eine Gefahr für den Weltfrieden handele, dass das militärische Eingreifen von der UN gebilligt werde. "Ließe sich durch eine sanftere Gangart dieser Terrorismus politisch austrocknen? Gibt es diese Alternative?", fragte Fischer am 6. Oktober auf dem außerordentlichen Länderrat. Schon damals meinte er: Gibt es eine Alternative zum Krieg?

Im Bundestag haben Fischer wie Schröder betont, dass es aus ihrer Sicht keine Alternative gibt. Auch nicht für Deutschland. Ihre Gründe: Wer nicht im Militärischen solidarisch sei, der könne auch politisch nicht mitbestimmen. Aber das will Deutschland. Zum Beispiel über die Vereinten Nationen, die man, sagt Fischer, "stärken muss". Und er glaubt: "Die UN werden in Afghanistan eine bedeutende Rolle spielen." Auch das will Deutschland. Deshalb hatte Kanzler Schröder bei seinem US-Kurzbesuch UN-Generalsekretär Annan getroffen, um zu versichern, dass sich Deutschland an der humanitären Hilfe und an der politischen Lösung in einem Nachkriegs-Afghanistan aktiv beteiligen wolle.

Joschka Fischer wird diese Botschaft heute wiederholen. In New York - an die Grünen-Adresse in Deutschland.

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