Kultur : Undercover

Forum: „Cine piquetero“ zeigt Polizeigewalt in Argentinien

Daniela Sannwald

Das Forum hat seit seiner Gründung – die genau deswegen erfolgte – immer auch ausdrücklich politische Filme gezeigt, vom Agitprop bis zu nüchternen Bestandsaufnahmen, von historischer Aufklärung bis zu hoch aktueller Kriegsberichterstattung. Dass dabei nicht immer die visuelle Qualität der oft unter Zeitdruck und klandestinen Bedingungen entstandenen Filme im Vordergrund steht, erklärt sich von selbst. Unter diesem Aspekt muss man auch die unter dem Titel „Cine piquetero – Für ein neues Kino in einem neuen Land“ zusammengefassten Beiträge eines Filmkollektivs aus Argentinien betrachten.

Auf Video gedreht, protokollieren sie Straßenschlachten und Polizeieinsätze in dem von der Wirtschaftskrise paralysierten Land. Da die offiziellen Medien die Massenproteste ignorieren und nur von vereinzelten terroristischen Akten berichten, um die Polizeigewalt zu rechtfertigen, reagieren die unabhängigen Dokumentaristen mit Gegendarstellungen. „Cine piquetero“ ist Aufklärung, Geschichtsschreibung und Kommentar zugleich. Es sind hastig gedrehte, kaum geschnittene Bilder, die aufrütteln: In Argentinien, wo die Demokratie noch jung ist und viele Funktionäre der Diktatur wieder einflussreiche Posten besetzen, droht nicht nur die Pressefreiheit eingeschränkt zu werden. Dagegen arbeiten die jungen Filmemacher an.

Heute 15.30 Uhr (Cinemaxx 3), morgen 10 Uhr (Arsenal), 16.2. 20 Uhr (Babylon)

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