Unesco : Karneval wird Kulturerbe

Das fastnächtliche Schemenlaufen in Österreich gehört künftig zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Die Unesco nahm die Karnevalstradition am Mittwoch auf ihre sogenannte „Repräsentative Liste“ auf. Weiterhin wurde unter anderem ein Hochzeitsritual aus der algerischen Stadt Tlemcen ausgewählt, wie das zuständige Komitee in Paris mitteilte. Dabei geht es um die höchst aufwendige Herrichtung der Braut für die Trauung. Das Schemenlaufen in Imst im Tiroler Oberland ist ein Umzug mit 26 unterschiedlichen Maskentypen. Es blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück.

148 Staaten haben die Konvention zum Schutz immateriellen Kulturerbes bereits ratifiziert. Die Bundesrepublik wird voraussichtlich im Januar 2013 beitreten. Christoph Wulf, Vizepräsident der deutschen Unesco-Kommission, hofft auf eine lebendige Debatte darüber, welche interkulturellen Formen schützenswert sind. Monika Grütters vom Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags verweist auf die Chance, „folkloristische Traditionen, die ideologisch vereinnahmt wurden, zu entkleiden“. Das Reinheitsgebot, Grimms Märchen oder eine Bachfuge wären denkbare Nominierungen. Bei Schuhplattler, Richard Wagner oder der Currywurst dürfe mit deutlich mehr Streit gerechnet werden. Wegen des Nominierungszyklus könne deutsches Kulturgut frühestens 2015 auf die Liste aufgenommen werden. Tsp/dpa

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