Unesco-Welterbe : Seltene Fledermaus soll Waldschlösschenbrücke verhindern

Die sächsischen Naturschutzverbände lassen in ihrem Kampf gegen den Bau der umstrittenen Waldschlösschenbrücke im Dresdner Elbtal nicht locker: Jetzt wollen sie nachweisen, dass eine besondere Fledermausart durch den Bau gefährdet wäre.

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Das Unesco-Welterbe Dresdner Elbtal.Foto: ddp

Dresden Mit Hilfe einer besonderen Fledermausart wollen sächsische Naturschutzverbände den Bau der umstrittenen Waldschlösschenbrücke im Unesco-Welterbe Dresdner Elbtal stoppen. Umweltschützer sehen durch den Brückenbau den Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Tierart Kleine Hufeisennase gefährdet, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Mit einem Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Dresden soll erreicht werden, dass der Freistaat den Bau verhindert. In einem ähnlichen Verfahren beim Bundesverwaltungsgericht untersagten Richter bereits eine Autobahnumfahrung bei Halle aus Tierschutzgründen. Die Fledermaus verdankt ihren Namen dem hufeisenförmigen Hautaufsatz.

   Das Unesco-Welterbekomitee hatte Ende Juni beschlossen, das Dresdner Elbtal vorerst auf der Roten Liste bedrohter Stätten zu lassen. Bis zum 1. Oktober sollen Alternativen zur bisherigen Planung vorgelegt werden. Andernfalls droht der rund 20 Kilometer langen Flusslandschaft die Aberkennung des 2004 verliehenen Titels. Wegen des 160 Millionen Euro-Projekts, das aus Sicht der UN- Kulturorganisation das Panorama verschandeln würde, wird sie seit 2006 als gefährdete Welterbestätte geführt. (mit dpa)

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