Unesco-Welterbe : "Tolle Entscheidung"

Regensburg gehört seit heute offiziell zum Weltkulturerbe und ist damit die 32. Stätte in Deutschland auf der Unesco-Liste. In Regensburg wurde die Entscheidung mit Jubel aufgenommen.

Vilnius/Regensburg - Die Stadt Regensburg gehört künftig offiziell zum Weltkulturerbe. Sie wurde vom Welterbekomitee der Unesco im litauischen Vilnius auf die Liste der Weltkulturerbestätten gesetzt, wie der stellvertretende Generalsekretär der deutschen Unesco-Kommission, Dieter Offenhäußer, sagte. Bayerns Kunstminister Thomas Goppel (CSU) nannte die Aufnahme in die Welterbeliste eine "verdiente und große Auszeichnung."

Zugleich wies Goppel darauf hin, dass die Aufnahme nun auch eine Verpflichtung "zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Welterbe" sei. Die Entscheidung für Regensburg führte der Minister auch auf die einmalige historische Bausubstanz Regensburgs zurück.

Regensburg war Ministeriumsangaben zufolge herausragende kontinentale Handelsstadt des 11. bis 13. Jahrhunderts sowie einziges politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Die Regensburger Altstadt weist laut Goppel eine außergewöhnliche Fülle von überlieferten, authentischen baulichen Zeugnissen aus mehr als zwei Jahrtausenden auf.

In Regensburg wurde das Ergebnis mit großem Jubel aufgenommen. Eine Stadtsprecherin sagte: "Wir sind voller Freude, jetzt wird gefeiert!"

Regensburg war im Herbst 2005 von der Denkmalreferenten-Runde der deutschen Kultusministerkonferenz nominiert worden, Konkurrent war die Stadt Heidelberg. Das Welterbekomitee der Unesco beriet seit Samstag in Vilnius. Bislang umfasste die Liste des Welterbes 812 Kultur- und Naturdenkmäler in 137 Ländern. In Vilnius standen neben der Altstadt von Regensburg 33 weitere Anträge zur Entscheidung an.

Mit Regensburg sind in Deutschland insgesamt 32 Stätten auf der Welterbeliste eingetragen.

Die weltweite Liste zählt seit Donnerstag 840 Stätten. Neben Regensburg kamen unter anderem die Bergbaustadt Sewell in Chile sowie die chinesische Ausgrabungsstätte Yin Xu neu hinzu. Auch die Vizcaya-Brücke in Spanien und die archäologische Stätte Behistun im Iran wurden aufgenommen. Die antike Straße Strada Nuova und die Paläste der Familie Rolli in Genua gehören nun auch zum Weltkulturerbe. Fünf Bewässerungssysteme in Oman wurden stellvertretend für die rund 3000 solcher noch im Nahen Osten im Betrieb befindliche Systeme aufgenommen. Auch die Jahrhunderthalle von Max Berg im polnischen Breslau gehört nun zum Weltkulturerbe.

Die Unesco hatte bereits am Mittwoch das finnische Kvarken-Archipel erweitert aufgenommen. Erstmals aufgenommen wurden das kolumbianische Naturschutzgebiet Malpelo und das chinesische Panda-Reservat in Wolong. In Mexiko wurde die Region auf die Liste genommen, aus der der Schnaps Tequila stammt. Das Dresdner Elbtal war dagegen am Dienstag auf die Rote Liste der bedrohten Welterbestätten gesetzt worden. Grund sind Baupläne für eine große neue Elbbrücke. (tso/ddp)

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