Unesco-Welterbe : Wikingerstätten auf dem Vormarsch

Die Stätten der einstigen Wikingerkultur sollen gemeinsam in das Unesco-Welterbe aufgenommen werden. Island, Dänemark, Schweden und Deutschland machen sich dafür stark mit einem länderübergreifenden Antrag für die UN-Organisation.

KielDie Partner demonstrierten das Projekt unter dem Titel "Phenomena and Monuments of Viking Culture" in Kiel. An dem Treffen nahmen Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und Islands Kulturministerin Thorgerdur Katrin Gunnarsdóttir teil.

Während die Wikingerstätten der nordischen Länder bereits jeweils einzeln als Welterbe anerkannt sind, bewirbt sich Deutschland mit seinen Großdenkmalen "Danewerk" und "Haithabu" in Schleswig-Holstein als Neuling. Sie markieren die Südgrenze der einstigen Wikingerwelt.

Den gemeinsamen Antrag bei der UNESCO wird Island mit seiner Welterbestätte "Thingvellir National Park" stellen. Gunnarsdóttir sagte: "Wo sich die Wikinger niederließen, erschufen sie eine neue, moderne Gesellschaftsstruktur. Für diese Seite unserer Geschichte und Kultur wollen wir das Interesse der Welt wecken."

Auch Kanada und Norwegen zeigen Interesse

Die Initiatoren betreten den Angaben zufolge mit ihrem Antrag weitgehend Neuland. Anträge mehrerer Staaten seien bei der UNESCO selten. Die Partner hofften, dass sich weitere Länder mit ihren Wikingerstätten anschließen. Erste Signale gebe es aus Kanada und Norwegen.

Carstensen sieht den Wert der Bewerbung darin, dass erstmals ein internationales Bewusstsein für die Einmaligkeit der Wikingerstätten deutlich werde: "Wo das Danewerk früher Objekt des Zwistes und Streits war, ist es heute Element grenzüberschreitender Bestrebungen." Das Projekt sieht vor, dass die jeweiligen Stätten als "Monuments" herausragende Themen, die "Phenomena", verbinden. "Phenomena" seien etwa die Besiedelung des nordatlantischen Raumes und das Erreichen der Neuen Welt durch Europäer. (liv/ddp)

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