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Unveröffentlichte Bilder : Marilyn Monroes Fotograf: Der letzte Augenzeuge

26.05.2012 00:00 Uhrvon

Der Amerikaner Lawrence Schiller fotografierte Marilyn Monroe kurz vor ihrem Tod – und hat einige Aufnahmen bis heute gut gehütet. Jetzt sind sie erstmals zu sehen.

Marilyn Monroe lächelt halbnackt und überlebensgroß von der Wand. Davor steht ein kleiner, massiger Mann in fliederfarbenem Sommerhemd, der missmutig schaut, beinahe lauernd, vielleicht, weil die Zuschauerreihen so spärlich besetzt sind. Nur Hartgesottene setzen sich an einem lauen Sommerabend wie diesem in einen Keller, selbst wenn es der mit dunkelroten Samtsesseln bestuhlte Keller des Soho House ist. Nein, sagt der Mann mit leiser Stimme, die Monroe habe ihn nicht besonders beeindruckt.

Lawrence Schiller, 2012. Foto: David Margolick / TaschenBild vergrößern
Lawrence Schiller, 2012. - Foto: David Margolick / Taschen

Der kleine Mann heißt Lawrence Schiller. Er zählte in den 60ern zu den profiliertesten Magazinfotografen der USA. Damals, sagt Schiller, sei es für ihn ein ganz normaler Auftrag gewesen, die Schauspielerin am Set von „Something’s Got to Give“ abzulichten. Keiner konnte ahnen, dass Marilyn Monroe nur wenige Wochen später sterben würde, mit nur 36 Jahren, und Schillers Fotos fortan historischen Wert besäßen. „Monroe eröffnete mir die Möglichkeit, meinen Geschäftssinn einzusetzen“, sagt Schiller – und gibt sich betont wenig betört von der Schauspielerin. Einmal nahm sie ihn mit in ihrem Sportwagen, Champagner einkaufen. Monroe erzählte Schiller von ihren Sorgen, Schiller entwarf derweil Vermarktungsszenarios für seine Fotos.

Einige Negative hat er lagern lassen - wie guten Wein

Eines verkaufte er für 25.000 Dollar an den „Playboy“. Eine aus heutiger Sicht niedliche Summe. Mittlerweile bringen Fotos von Stars, die durch die ganze Welt zirkulieren, zweistellige Millionenbeträge. Doch noch nie zuvor hatte der „Playboy“ so viel Geld für ein Bild bezahlt. Einige der Negative hat Schiller ein halbes Jahrhundert lang in seinem Archiv ruhen lassen – wie guten Wein, der an Wert gewinnt, wenn man die Geduld hat, ihn aufzuheben. In einer Sonderedition hat der Taschen- Verlag jetzt unter anderem 63 dieser noch nie veröffentlichen Fotos herausgebracht. 750 Euro kostet das Buch „Marilyn & Me“.

Zum Interview bittet Schiller in sein Hotelzimmer. Er sitzt an einem hölzernen Schreibtisch, auf dem ein bis auf einige Kiwischeiben leer gegessener Teller steht. „Ich habe Filme mit Maximilian Schell, Klaus Maria Brandauer und Hanna Schygulla gemacht“, eröffnet er das Gespräch. „Ich war daran beteiligt, russische Spione auszubilden. Ich hatte mit Atomkraftwerken und Erdbeben zu tun.“ Eine obskure Aufzählung, die er ein wenig lustlos vorträgt. Mitunter bleibt er vage. Nach dem Supergau in Fukushima habe ihn „eine der größten Firmen der Welt“ nach Japan einfliegen lassen, damit er Manager im Umgang mit der Presse schulte.

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