• Uran-Munition: Plutonium im Geschoss - Schon kleine Mengen sind im Körper ein großes Risiko

Kultur : Uran-Munition: Plutonium im Geschoss - Schon kleine Mengen sind im Körper ein großes Risiko

fk/MG

Die Munition, um deren Gefährlichkeit derzeit gestritten wird, hat einen Kern aus Uran. Die Vorteile des Stoffes Uran liegen vor allem in seiner Härte und seinem Gewicht. Das Urankerngeschoss durchdringt Panzerwände. Nach dem Durchschlagen der Metallplatten entzündet es sich - die getroffenen Panzer entwickeln im Innern extreme Temperaturen und verschmoren. Uran ist giftig, beim Entzünden entstehen Uranoxide und uranhaltiger Staub. Mit den Uranoxiden vermischen sich auch noch die Reste des Panzer-Innenlebens, etwa giftige Stoffe aus der Verbrennung von Elektronik, Plastik und Schmierstoffen. Gesundheitliche Gefahren für Soldaten liegen deshalb nicht vorrangig in etwaiger Strahlung, sondern im toxischen Effekt.

In der Regel enthalten die Urangeschosse abgereichertes Uran (militärische Bezeichnung: DU für depleted uranium), also Uran 238, das ein Abfallprodukt der Herstellung von Kernbrennstäben ist. Jetzt allerdings wurde bekannt, dass sich in der Munition auch das Isotop Uran 236 fand - das Uran muss also aus der Wiederaufarbeitung stammen.

Bei der Energiegewinnung im Kraftwerk entsteht immer hochgefährliches Plutonium in den Uranbrennstäben. Selbst wenn das Plutonium vor der Verarbeitung des Urans zu Munition abgetrennt wurde, ist es unwahrscheinlich, dass dies restlos geschah. Das hieße, es wäre noch Plutonium in der Munition enthalten, das beim Aufprall zu Staub verbrennt und durch die Lunge aufgenommen werden kann. Schon kleinste Mengen sind im menschlichen Körper ein großes Problem. Die Strahlung von Plutonium ist etwa 200 000 mal höher als die von Uran, seine Radiotoxizität rund eine Million mal höher.

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