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US-Musiker : Linkin-Park-Sänger Bennington ist tot

Der Sänger der US-amerikanischen Rockband Linkin Park ist tot in seinem Haus nahe Los Angeles gefunden worden. Chester Bennington wurde 41 Jahre alt.

Chester Bennington bei einem Konzert von Linkin Park in Las Vegas 2012. Foto: Reuters/Steve Marcus
Chester Bennington bei einem Konzert von Linkin Park in Las Vegas 2012.Foto: Reuters/Steve Marcus

Chester Bennington, der Sänger der amerikanischen Rockband Linkin Park, ist tot. Wie ein Sprecher der Gerichtsmedizin in Los Angeles der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag bestätigte, wurde der 41 Jahre alte Bennington tot in seinem Haus in Palos Verdes, nahe Los Angeles, gefunden. Es handle sich möglicherweise um einen Suizid, sagte Sprecher Brian Elias. Der Vorfall werde aber noch untersucht. Linkin Park ist eine der erfolgreichsten Rockbands der Welt mit vielen Millionen verkauften Tonträgern und zahlreichen Auszeichnungen.

Ein Anruf bei der Polizei aus dem Haus des Rockers in Palos Verdes Estates sei am Donnerstagmorgen (Ortszeit) eingegangen, hieß es. „Schockiert und untröstlich“, reagierte Band-Kollege Mike Shinoda in einem Tweet auf die Todesnachricht. Bennington war sechsfacher Vater und verheiratet.

Soundgarden-Sänger Chris Cornell, ein guter Freund Benningtons, hatte sich Mitte Mai das Leben genommen. Seine Leiche wurde nach einem Konzert in Detroit in einem Hotelzimmer gefunden. Bennington hatte sich nach dem Tod Cornells sehr emotional geäußert. Bennington starb nun knapp zwei Monate später am Geburtstag Cornells. 

Bennington hatte in der Vergangenheit offen über Depressionen und Suchtprobleme gesprochen. In Interviews gab er auch an, als Junge von einem älteren Bekannten sexuell missbraucht worden zu sein.

Erst im Mai hatte die 1996 in Los Angeles gegründete Band ihr neues Album „One More Light“ auf den Markt gebracht. Es war ihr siebtes Studioalbum. In der Single „Heavy“ singt Bennington schwermütig über seine Gedanken. Im Refrain fragt er, warum alles so schwer sei. Balladen („One More Light“) stehen neben eingängigem Poprock („Talking To Myself“) oder gefühliger Akustikgitarre („Sharp Edges“).

"Musik machen, die wir lieben"

Die Rock-Band schlug damit sanftere Töne an als in früheren Jahren. Das brachte ihnen auch Kritik von Fans ein. Sein Ziel sei nie gewesen, möglichst viele Platten zu verkaufen oder Stadien zu füllen. „Unsere Absicht ist, Musik zu machen, die wir lieben“, sagte Bennington im Mai im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Erstmals hat die Band die Aufnahmen nicht mit musikalischen Proben begonnen, sondern mit Gesprächen. „Worüber mache ich mir Gedanken? Was ist für mich gerade am wichtigsten?“, seien Fragen dieser Gespräche gewesen, aus denen sich die Ideen für neue Lieder ergeben hätten: Depression und Tod, aber eben auch das manchmal banale Familienleben mit Kindern. Hast du die Zähne geputzt? Wo ist dein Rucksack? „Das ist ein typischer Tag, wenn du Kinder hast“, sagt Bennington. Aber dies seien auch Themen, die vor 15 Jahren niemand in der Band verstanden hätte. „Es kommt darauf an, wo wir im Leben stehen.“ (mes, dpa, AFP)

Hilfe bei Depressionen und in Krisensituationen: Die Berliner Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, sie berät auch Angehörige und Freunde Betroffener anonym: 0800-1110111, www.telefonseelsorge-berlin.de

Der Berliner Krisendienst ist rund um die Uhr unter der 39063-10, -20 usw. bis -90 zu erreichen, www.berliner-krisendienst.de

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