Kultur : Usher

Diese Woche auf Platz 29 mit: „Confessions“

Ralph Geisenhanslüke

Klingelt da ein Handy? Nein, bei genauem Hören entpuppt sich der Ton in Ushers Song „Yeah!“ als etwas, das früher vielleicht mal eine Triangel war und jetzt jenem modischen Klingelton ähnelt, der momentan auf vielen Handys bimmelt: der „Old Phone“-Sound, eine Nachbildung des legendären Siemens W 48 Tischapparates aus Bakelit. Das dürfte nicht der einzige Grund sein, warum „Yeah!“ lange auch in den Klingelton- Charts platziert war – sein Urheber sieht aus wie ein Toy Boy, ist also selbst so etwas wie ein Fleisch gewordener Klingelton.

Usher Raymond IV, begann seine Karriere im Alter von 13 Jahren bei „Star Search“. Er wurde von seiner Mutter, die ihn bis heute managt, zum Show-Profi erzogen. Seine Platten haben Produzenten wie Puff Daddy oder die Neptunes zu globalen Produkten gemacht. Dazu gehört heute auch ein Brad-Pitt-artiger Unterbau. Und Usher muss neben Proben, Interviews und Videodrehs auch viele Bizeps-Curls absolvieren.

Nun hat er sogar eine eigene Kreditkarte auf den Markt gebracht. Der letzte Star, der so was gemacht habe, sei Elvis Presley gewesen, sagte Usher dem Fachmagazin „Bravo“. David Bowie hat zwar gleich eine ganze Online-Bank – aber lassen wir das. Für die Benutzer von Ushers Karte stellen sich andere Fragen: Gibt es Zinsen auf Sixpacks? Oder einen BMI- Dispo? Braucht man einen PIN-Code oder einen Pin-up-Code?

Usher selbst scheint mit seinen 25 Jahren ein richtiges Herzchen. Er sei nun mal viel unterwegs und habe oft Heimweh. „Aber ich habe ja meine Mama dabei“, sagt er. Weibliche Fans, die in der ersten Reihe ihre T-Shirts lüpfen, machen ihn „nervös“. So viel Unschuld wird meist böse ausgenutzt. Über dem Interview stand die Überschrift: „Große Brüste machen mich schwach.“ Da hat wohl ein Redakteur die Glocken läuten gehört.

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