VARIETÉ„Dummy“ : Poetry in Motion

Norbert Tefelski

So ein Dummy hat es nicht leicht, wie man von seiner klaglos erduldeten Aufgabe bei automobilen Crashtests weiß. Auch als Titelheld des von der GOP-Varietétheaterkette produzierten Spektakels muss er einiges mit sich anstellen lassen. Mal dient er als Trapez-Ersatz, mal muss er ein Bein opfern, damit die Jongleurin etwas Originelles zum Werfen hat. Markus Pabst, der sich längst einen Namen als fantasievoller Erneuerer des Varieté-Genres gemacht hat, teilt sich für diese Show die Regie mit dem 23-jährigen Eike von Stuckenbrok, ein akrobatischer Allrounder aus Pabsts Talentschmiede Base Berlin. Ein weiterer Garant dafür, dass es sich bei „Dummy“ tatsächlich um ein zeitgemäß cooles „Varieté 2.0“ handelt, ist DJ Reecode, der seine Kompositionen als „Dark Electro Psychedelic“ bezeichnet. Für einen reizvollen musikalischen Kontrast sorgt hier die australisch-asiatische Cellistin Lih Qun Qong.

Das achtköpfige internationale Ensemble mixt verschiedene artistische Disziplinen zu einer Art Poetry in Motion. Mit den Mitteln des Tanzheaters (ja, auch der Dummy tanzt mit) erzählen sie kleine Geschichten – schweißtreibend und nicht ganz ungefährlich: Ein spektakuläres Moment ist die um 45 Grad schwenkbare Bühne, die den Akteuren ein hohes Maß an Körperbeherrschung abverlangt. Bei dieser rhythmischen Rutsch- und Kletterpartie verdoppeln sie sich mithilfe ausgeklügelter, interaktiver Videoprojektionen von Frieder Weiss. Wobei einem ein Ausspruch des Science-Fiction-Autors Arthur C. Clarke in den Sinn kommen kann: „Jede ausreichend entwickelte Technologie ist nicht von Magie zu unterscheiden.“ Norbert Tefelski

Chamäleon, Do 21.2., 20 Uhr (Premiere), Di-Fr 20 Uhr, Sa 19 und 22.15 Uhr, So 19 Uhr, 36-49 €

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