• VERDI, WAGNER, BRITTEN: Projekte, Premierentermine und Tipps für neue Bücher und CDs

VERDI, WAGNER, BRITTEN : Projekte, Premierentermine und Tipps für neue Bücher und CDs

Wo, wie und wann die drei Musikjubilare 2013 gefeiert werden, mit Premieren, Konzerten, neuen CDs und Büchern

Giuseppe Verdi (1813 –1901), einer der drei großen Musikjubilare 2013, neben Richard Wagner, der ebenfalls 200. Geburtstag feiert, und Benjamin Britten, der vor 100 Jahren geboren wurde.
Giuseppe Verdi (1813 –1901), einer der drei großen Musikjubilare 2013, neben Richard Wagner, der ebenfalls 200. Geburtstag...Foto: dpa

In Deutschland gibt Leipzig den Startschuss zu den Verdi-Feierlichkeiten: Am 6. Januar hat die Neuinszenierung des „Nabucco“ von Dietrich Hilsdorf Premiere.

In Hamburg kommt am 17. Februar eine neue „Traviata“ heraus. In Berlin wird nur die Deutsche Oper Berlin Verdi mit einer Neuproduktion würdigen: mit „Rigoletto“, inszeniert von Jan Bosse, ab 21. April. Außerdem gibt es das Frühwerk „Attila“ konzertant am 19./21. Juni.

München bietet Simon Boccanegra (Dirigent: Bertrand de Billy, Regie: Dmitri Tcherniakov) ab

3. Juni sowie Il Trovatore (Paolo Carignani, Olivier Py) ab 27. Juni.

An der Mailänder Scala werden in dieser Saison sieben Verdi-Werke gezeigt. So wird Valery Gergiev

ab 28. März „Macbeth“ dirigieren, Roberto Frizza ab 17. April „Oberto“. Dem 30-jährigen Daniele Rustioni wurde „Un ballo in maschera“ anvertraut (ab 9. Juli).

Die Arena di Verona, die vor

100 Jahren als erste Oper „Aida“ spielte, bietet ab 14. Juni eine Neuinszenierung des Werks von La Fura dels Baus sowie ab 10. August die Rekonstruktion der historischen Produktion von 1913.

Da der Geburtstag erst im Herbst gefeiert wird, steht die Neuerscheinungsflut noch bevor. Für

Eilige gibt es das schmale Bändchen von Anselm Weber: „Giuseppe Verdi“ (C. H. Beck).

Buchtipp Ein Mann zwischen

zwei Frauen, die ihn lieben: Das ist der Stoff, aus dem Opern sind. In Lea Singers Roman „Verdis letzte Versuchung“ (C. Bertelsmann) geht es allerdings um den Maestro selber, der am Ende seines Lebens in einer Dreiecksbeziehung mit seiner Gattin Giuseppina und der Sopranistin Teresa Stolz lebte. Sentimentaler Lesestoff für Menschen, die in der Oper gerne weinen.

Die medienwirksamste Neuinszenierung zum Wagner-Jahr dürfte der neue, von Kyrill Petrenko dirigierte „Ring des Nibelungen“ bei den Bayreuther Festspielen sein. Ab 26. Juli erfährt die Welt, wie Regisseur Frank Castorf die Tetralogie szenisch zugerichtet hat.

In Wagners Geburtsstadt Leipzig stellt Ulf Schirmer das Jugendwerk „Die Feen“ ab 16. Februar vor. Am 4. Mai bringen Schirmer und die Regisseurin Rosamund Gilmore dann „Das Rheingold“ heraus. Bereits ab 10. Januar ist als Gastspiel am Berliner Ensemble das Stück „Hojotoho“ zu erleben, das Mnozil Brass im Auftrag der Stadt Bayreuth erdacht haben.

Die offiziellen Geburtstagsevents betreut musikalisch natürlich Christian Thielemann: Am 18. Mai führt er in der Dresdner Frauenkirche Wagners „Abendmahl der Apostel“ auf, am 21. und

22. Mai dirigiert er Wagner-Galas in Dresden respektive Bayreuth.

Auch die Salzburger Festspiele huldigen Wagner: Stefan Herheim und Daniele Gatti stellen ihre Sicht auf „Die Meistersinger von Nürnberg“ am 2. August vor. Verdi ist hier mit „Falstaff“ (dirigiert von Zubin Mehta, ab 29. Juli) und „Don Carlo“ (Regie: Peter Stein, ab 16. August) vertreten.

Ganz diplomatisch gibt sich

Placido Domingo
, wenn er am 15. August Musik von Verdi wie von Wagner in der Arena di Verona präsentiert. Ebenfalls beiden Komponisten widmet sich Eberhard Straub in seiner Doppelbiografie, erschienen bei Klett-Cotta.

CD-Tipp Andere Musikstudenten komponieren Tänze. Der junge Wagner geht im Jahr 1831 mit einer Fis-Moll-Fantasie an die Öffentlichkeit, die fast eine halbe Stunde dauert. Der lettische Pianist Vestard Shimkus kombiniert auf seiner bei Ars Produktion erschienenen CD das maßlose Frühwerk mit drei Opernparaphrasen: mit dem ebenso elegant von Liszt aufs Klavier übertragenen „Spinnerlied“ aus dem „Fliegenden Holländer“, mit seiner eigenen Version von Isoldes Liebestod sowie der extravaganten Zerdehnung des „Siegfried Idylls“ aus der Feder von Glenn Gould.

In Aldeburgh, an der englischen Ostküste, wo Benjamin Britten geboren wurde, wird seiner das ganze Jahr gedacht. Das spektakulärste Projekt ist 2013 zweifellos die Freiluftinszenierung seines „Peter Grimes“ direkt am Strand beim Aldeburgh-Festival im Juni.

„Peter Grimes“ kommt auch an der Deutschen Oper Berlin heraus, am 25. Januar, dirigiert von

Donald Runnicles
. Simon Rattle führt am 14./15./16. Juni mit den Berliner Philharmonikern

Brittens „War Requiem“ auf.

Magdeburg zeigt ab 26. Januar

„A Midsummernight’s Dream“, Hamburg widmet sich „Gloriana“ ab 24. März (Dirigentin: Simone Young, Regie: Richard Jones),

The Turn of the Screw
kommt

am 8. Juni in Saarbrücken heraus sowie am 12. Juli in Mannheim (Regie: Frank Hilbrich). F. H.

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