Kultur : Verlagswesen: Kiepenheuer & Witsch: Holtzbrinck-Verlag übernimmt Mehrheit

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, zu der auch der Tagesspiegel gehört, übernimmt Anfang nächsten Jahres die Verlagsmehrheit des Kölner Verlages Kiepenheuer & Witsch. Bisher waren es nur 45 Prozent. Das hat am Dienstag Kiepenheuer-Verlagschef Reinhold Neven Du Mont in einem dpa-Gespräch in Köln angekündigt. Er selbst werde nur noch zehn oder fünfzehn Prozent behalten, sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen und die Geschäftsführung an Helge Malchow für die verlegerische Arbeit und an Peter Roik für das Kaufmännische abgeben, sagte der 64-Jährige. Von dem ihm verbleibenden Anteil werde er sich dann nicht mehr trennen. Neven Du Mont rechnet damit, dass Kiepenheuer & Witsch im Jahr 2001, in dem der Verlag sein 50-jähriges Bestehen feiere, erstmals einen Umsatz von 30 Millionen Mark oder mehr erreichen werde. Der Verleger ist stolz darauf, dass Kiepenheuer & Witsch "seit 1970 schwarze Zahlen geschrieben" habe. Die Umsatzrendite habe im Schnitt bei sieben Prozent und damit über dem Branchendurchschnitt gelegen. Reinhold Neven Du Mont hatte den Verlag im April 1969 übernommen. Ihm gelang mit einem Reportagenband von Günter Wallraff und "Hundert Jahre Einsamkeit" des in Deutschland damals noch unbekannten Gabriel García Márquez, der 1982 den Nobelpreis erhielt, ein fulminanter Einstand. Wallraffs "Ganz unten" wurde mit über 3,5 Millionen Exemplaren das erfolgreichste Buch des Verlages.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben