Versteigerung : Rekord für einst "billiges" Raffael-Gemälde

27,4 Millionen Euro: Für mehr Geld wurde noch nie ein Gemälde des italienischen Renaissance-Künstlers Raffael versteigert - und wohl keines seiner Werke hat jemals eine solche "Preissteigerung" erfahren.

Lorenzo de' Medici
Raffaels Porträt des florentinischen Herrschers Lorenzo de' Medici. -Foto: dpa

Für mehr Geld wurde noch nie ein Gemälde des italienischen Renaissance-Künstlers Raffael versteigert - und wohl keines seiner Werke hat jemals eine solche "Preissteigerung" erfahren: Für 18,5 Millionen Pfund (27,4 Millionen Euro) wechselte in London Raffaels Porträt des florentinischen Herrschers Lorenzo de' Medici den Besitzer. Es wurde von einem privaten Sammler bei Christie's ersteigert, der zunächst anonym bleiben wollte.

Das Werk war seit 1968 nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen. Es war seinerzeit für ganze 325 Dollar (nach heutigem Kurs rund 240 Euro) von einem Privatmann gekauft worden. Der Hauptgrund für diesen "Billigpreis" lag darin, dass das Bild damals nicht dem Meister Raffael (1483-1520) zugeschrieben wurde. Später jedoch stimmten die Experten darin überein, dass es echt sei.

"Bewerbungs-Gemälde" für Hochzeit

Der ganz besondere Wert des jetzt versteigerten Gemäldes liege auch darin, dass es von Papst Leo X. in Auftrag gegeben worden sei, erklärte Richard Knight, Direktor der Christie's-Abteilung "Alte Meister". Das Gemälde war für eine Art von "blind date" des Renaissance-Zeitalters gedacht: Der Papst wollte Lorenzo de' Medici mit Madeleine de la Tour d'Auvergne zusammenbringen, die den Florentiner nie zuvor gesehen hatte. Raffaels Porträt diente der Vorstellung Lorenzo de' Medicis. Es verfehlte seine Wirkung nicht. Madeleine de la Tour d'Auvergne willigte in die Hochzeit ein.

Der bisherige Rekordpreis für ein Raffael-Werk war 1996 erzielt worden, als eine Studie für den Kopf und eine Hand eines Apostels für 5,3 Millionen Pfund (7,9 Millionen Euro) ersteigert wurde. (mit dpa)

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