Versteigerung : Rekordpreis für Richter-Gemälde in Aussicht

Gerhard Richters Gemälde "Düsenjäger" soll als teuerstes Bild eines noch lebenden deutschen Malers den Besitzer wechseln. Das Gemälde ist das Top-Los auf der diesjährigen Herbstauktion von Christie's in New York.

Gerhard Richter
"Düsenjäger" von Gerhard Richter. -Foto: dpa

DüsseldorfSollte das Gemälde von 1963 für den Schätzpreis von sieben Millionen Euro den Besitzer wechseln, wäre es ein Rekordpreis für das Werk eines lebenden deutschen Malers. Zuletzt waren für Werke Richters Spitzenpreise von rund vier Millionen Euro erzielt worden.

Das großformatige Gemälde aus der Chicagoer Privatsammlung von Lewis und Susan Manilow wird bei der Auktion zur Nachkriegs- und zeitgenössischen Kunst von Christie's in New York versteigert. "Die Arbeit wird der Star der Versteigerung", sagte eine Sprecherin des traditionsreichen Auktionshauses. "Es ist realistisch, einen spektakulären Preis zu erwarten." Zuletzt war im vergangenen Mai für ein "Abstraktes Bild" des Kölner Malers Richter (75) aus dem Jahr 1992 der Spitzenpreis von rund vier Millionen Euro erzielt worden.

Boom für deutsche Nachkriegsmalerei

Auf dem Markt für zeitgenössische Kunst sei "viel Bewegung", sagte die Christie's-Sprecherin. "Für deutsche Nachkriegsmalerei gibt es einen regelrechten Boom." "Exzeptionelle Bilder" wie Richters aus der berühmten Kampfflugzeug-Serie der 60er Jahre stammender "Düsenjäger" seien ebenso rar wie "besonders gefragt".

Das Gemälde ist nicht nur ein monumentales Werk (1,27 Meter x 1,98 Meter), das Richter in seiner charakteristischen Art unscharfer Gegenstände oder Figuren nach fotografischen Vorlagen gemalt hat. Es ist auch das erste Bild der "Kampfflugzeug-Serie", das er - statt in Schwarz-Weiß - farbig fasste. Der Bomber ist an einem orange-rot-glühenden, leicht bewölkten Himmel unterwegs.

Bevor der "Düsenjäger" den Besitzer endgültig wechselt, geht das Werk auf Ausstellungstournee. In Düsseldorf ist es am kommenden Mittwoch bei Christie's zu sehen. In Hongkong wird es vom 5. bis zum 6. Oktober gezeigt, London folgt vom 10. bis zum 13. Oktober. (mit dpa)

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