Versunkene Schätze : Antike Hafenanlage vor ägyptischer Küste gefunden

Der französische Meeresarchäologe Franck Goddio hat vor der ägyptischen Küste bislang unbekannte antike Hafenanlagen entdeckt.

HamburgDer französische Meeresarchäologe Franck Goddio hat vor der ägyptischen Küste bislang unbekannte antike Hafenanlagen entdeckt. Bei einer Forschungsexpedition in der Stadt Heraklion wurden neue Gebäudestrukturen geortet, wie die Hamburg Agentur Salaction mitteilte. Die Ausdehnung dieser Anlagen lasse auf die hohe Bedeutung der Stadt als internationale Handelsmetropole in der Antike schließen.

Im Hafen von Alexandria stießen Goddio und sein Team bei Grabungen auf byzantinische Goldmünzen aus dem 7. und 8. Jahrhundert n. Chr.. Funde jüngeren Datums wurden nicht gemacht. Dies lege den Schluss nahe, dass das Gebiet etwa zeitgleich mit Kanopus und Heraklion in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts n. Chr. im Meer versank.

Neue Erkenntnisse über religiöses Zentrum der Region?

Die Unterwasserarchäologen hatten sechs Wochen lang Teile des alten Königsviertels im Hafen von Alexandria und der Stadt Heraklion in der Bucht von Abukir untersucht.

Zu den jüngsten Funden gehört zum Beispiel eine 25,5 Zentimeter große Osiris-Statue aus Bronze und mit Blattgold verziert. Die Statue mache die Bedeutung deutlich, die dem ägyptischen Gott Osiris in Heraklion und der nördlichen Region des Nildeltas zukam, hieß es. Die Forscher erwarten durch die Funde auch neue Erkenntnisse über die Bedeutung der Region als religiöses Zentrum.

Mehrere hundert Objekte, die Goddio in den vergangenen zehn Jahren bei Expeditionen im Hafen von Alexandria und in der versunkenen Stadt Heraklion barg, sind derzeit in der Ausstellung "Ägyptens versunkene Schätze" in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn zu sehen. Zuvor war die Schau bereits in Berlin präsentiert worden. (mit ddp)

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