Vertragsverlängerung bis 2024 : Berndt Schmidt bleibt beim Friedrichstadt-Palast

„Nach wie vor ein Traumjob“: Berndt Schmidt bleibt bis 2024 Intendant und Geschäftsführer vom Friedrichstadt-Palast.

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The show will go on. Berndt Schmidt (r.) mit Senator Klaus Lederer. Foto: Patricia Kalisch / STAGEVIEW
The show will go on. Berndt Schmidt (r.) mit Senator Klaus Lederer.Foto: Patricia Kalisch / STAGEVIEW

Als Berndt Schmidt im November 2007 die Leitung des Friedrichstadt-Palasts übernahm, befand sich der traditionsreiche Entertainment-Tempel in einer schwierigen Phase. Sein Vorgänger Thomas Münstermann, ein netter Stadttheater-Macher, der zuvor die Bühnen in Osnabrück geleitet hatte, war den Job zu naiv angegangen. Münstermanns Idee, in der großen Revue die goldenen Zeiten des Genres zu beschwören, hatte nicht richtig gezündet. Weil sich die Mehrheit der Friedrichstadt-Palast-Besucher nun einmal nicht aus Bildungsbürgern mit Spaß am Trash und fundierten Kenntnissen in der Geschichte des unterhaltenden Musiktheaters zusammensetzt, sondern aus Touristen, die auf der größten Showbühne der Welt von Glitzer und Glamour überwältigt werden wollen.

Wie massenkompatibles Live-Entertainment funktioniert, wusste Berndt Schmidt dagegen ganz genau. Denn der promovierte Betriebswirt hatte harte Lehrjahre im Musical-Business hinter sich, zunächst bei der „Ludwig II.“-Produktion in Füssen, anschließend beim Marktführer Stage Entertainment, als Regional-Geschäftsführer der beiden Musical-Häuser vor den Toren Stuttgarts.

„Mein Vorteil ist, dass ich mich hier nicht selber verwirklichen will, sondern dass ich für unsere Gäste spiele“, sagte er zum Amtsantritt – und schaffte den Neustart tatsächlich überraschend schnell. Dank einer gnädigen Geste des Senats, der eine Subventionsabsenkung um 600 000 Euro zurücknahm, – und dank der Revue „Qi“, die im Namen auf die „Cirque du soleil“-Spektakel von Las Vegas anspielte, auf der Bühne aber mit einer Feier der maskulinen Erotik absolut Berlin und absolut 21. Jahrhundert war.

„The One“ spielte 14 Millionen Euro ein

Die Auslastung, die im ersten Halbjahr 2008 noch bei mageren 46 Prozent gelegen hatte, stieg und stieg, erreichte einen ersten Rekord im Jahr 2013 mit fast 255 000 Besuchern (90,8 Prozent) und Ticketeinnahmen in Höhe von 13 Millionen Euro. Doch Schmidt konnte es noch besser: Die aktuelle Produktion „The One“ spielte bereits in den ersten sechs Monaten dieses Jahres über 14 Millionen Euro ein, was einer Auslastung von 94,4 Prozent entspricht.

Kein Wunder, dass Berlins Kultursenator Klaus Lederer dem smarten 53-Jährigen jetzt eine vorzeitige Vertragsverlängerung anbot. Bis 2024 wird Berndt Schmidt Intendant und Geschäftsführer des Friedrichstadt-Palastes bleiben. „Das ist nach wie vor ein Traumjob für mich“, sagt der. Weil er ganz offensichtlich Spaß daran hat, niedrigschwellige Kultur zu machen, Shows, die optisch wie musikalisch wirklich für jeden kompatibel sind, bei denen Omas ihre Enkel mitnehmen können und am Ende alle ihren Spaß hatten. Denn nur wer so denkt, schafft es, ein 1900- Plätze-Haus zwei Jahre lang mit derselben Show zu füllen.

„The One“ macht ab 15. Juli Sommerpause und läuft dann wieder ab 18. August.

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