Video : Entdeckte Caravaggios wirklich echt?

12.07.2012 17:01 Uhr

Im Streit um die jüngst entdeckten mutmaßlichen Zeichnungen des Barock-Malers Caravaggio mehren sich die kritischen Stimmen. Das Mailänder Kulturbüro überprüft nun die Arbeitsweise der Experten, die die Werke entdeckt haben wollen.

Die von mächtigen Zinnen gekrönte Mailänder Burg Sforzesco ist 560 Jahre nach ihrer Errichtung noch einmal Austragungsort eines Disputs. Im Streit um dort jüngst entdeckte, mutmaßlichen Zeichnungen des Barock-Malers Caravaggio mehren sich die kritischen Stimmen. Das Kulturbüro der Stadtverwaltung hat Nachforschungen zur Arbeitsweise der beiden Experten eingeleitet, die in der städtischen Sammlung hundert unbekannte Werke Caravaggios entdeckt haben wollen.

Ob die beiden Kunsthistoriker, die ihre Entdeckung via E-Book auf Amazon publizierten, wissenschaftlich gearbeitet haben, bezweifelt auch Stefano Boeri, Mitglied des Kulturrates der Stadt: "Die hier beheimatete Sammlung wird seit Jahrzehnten untersucht. Seit 1940 haben wirklich sehr viele Forscher und Historiker versucht, diese Zeichnungen einem bestimmten Künstler zuzuordnen. Das ist bisher aber nur bei ein paar wenigen sicher gelungen. Und bei wirklich vielen, vielen nicht."

Ohnehin sind viele Kritiker davon überzeugt, Caravaggio habe für seine Malereien gar keine Vorzeichnungen angefertigt.

"Was die Zuordnung von Zeichnungen zum Werk Carravaggios besonders schwierig macht, ist, dass es derzeit auf der ganzen Welt keine einzige Zeichnung von Caravaggio gibt, die auch von Caravaggio signiert wurde. Es gibt also keine Referenzen."

Caravaggio gilt als größter italienischer Maler des Frühbarock. Die kritisierten Entdecker der Zeichnungen standen für einen Kommentar bisher nicht zur Verfügung.

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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