Video : Ruhmeshalle der Korruption

Der chinesische Künstler Zhang Bingjian arbeitet in seinem Atelier derzeit an einem Projekt der besonderen Art. Aus 1.600 Porträts einschlägig verurteilter Beamter entwickelt er eine ironische "Hall of Fame der Korruption".

Zhang Bingjian kann für sein jüngstes Projekt aus dem Vollen schöpfen. Mehr als 1600 Porträts verurteilter korrupter Beamter hat er schon in seiner Sammlung, er nennt sie ironisch seine "Hall of Fame". Eine kleine Auswahl schmückt eine Wand in seinem Atelier in Peking. Ein Beispiel: Der ehemalige Bürgermeister von Shenzhen , Xu Zongheng. Der hatte Bestechungsgelder in Höhe von 4,3 Millionen Euro angenommen und wurde im vergangenen Jahr zum Tode verurteilt.

Zhang Bingjian: "Korrupte Beamte gehören hier zum Alltag, so ernst ist das Problem schon. Wir müssen darüber nachdenken, was wir tun sollten. Kunst ist ja auch ein Zeuge der Geschichte. Diese ganze Arbeit zeugt von dem Schmerz und den Opfern, die in Chinas Öffnungsphase gebracht wurden." Zhang ist zwar der Kopf hinter der Sammlung, malt die Bilder aber nicht selbst. Eine Gruppe von etwa 20 Künstlern hat die Bilder produziert, in einem kleinen Studio am Rande von Schandschan.

Als Farbgeber fungiert ein 100-Yuan-Schein. Die Farbe des Geldes umgibt jedes der Porträts für diese 'Hall of Fame'. Jiang Quan'an malt mit an den Bildern und steht voll hinter der Idee: "Wir wollen die Kunst nutzen, damit die Menschen in der ganzen Welt die Korruption kontrollieren können. Hier in China können wir sie nicht mehr kontrollieren. Wir kümmern uns schon nicht mehr drum, wir haben uns daran gewöhnt. Das ist wahr." Die Künstler möchten ihre Werke auch gern ausgestellt sehen, bisher haben sie aber noch kein Museum gefunden, das dies auch tun will. Die Organisation Transparency International führte China in seiner Korruptionsliste von 2011 auf Platz 75 von 183.

(rtr)

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