Kultur : Viel Deutsches beim Festival in Avignon

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Das 58. Theaterfestival in Avignon ist am Samstagabend mit dem VideoStraßentheater „Square“ eröffnet worden. Im Mittelpunkt des bis zum 27. Juli dauernden Programms mit 40 Theaterstücken und Choreografien steht in diesem Jahr das deutsche Theater: Allein zehn Inszenierungen des Festivals kommen aus Deutschland, neun davon aus Berlin. Es ist das neue deutsche Theater, das sich in Frankreich erfolgreicher präsentiert, als es im eigenen Lande derzeit geschätzt wird: So wird der gerade erst schmählich bei den Ruhrfestspielen entlassene Volksbühnen-Chef Frank Castorf am 7. Juli seine Inszenierung nach dem Roman „Kokain“ von Pitigrilli in einem Bühnenbild des Künstlers Jonathan Meese vorstellen. Schaubühnen-Chef Thomas Ostermeier, der in Avignon als Künstlerischer Berater fungiert und damit ein Heimspiel inszeniert, zeigt am 8. Juli seine Version von Büchners „Woyzeck“ im Ehrenhof des Papstpalastes und bringt außerdem seine gefeierte „Nora“, Kroetz’ „Wunschkonzert“, ebenfalls mit Anne Tismer, sowie Enda Walshs „Disco Pigs“ nach Avignon. Aus dem Bereich Tanz sind die „Impromptus“ der in Frankreich hoch geschätzten Berliner Choreografin Sasha Walz sowie Constanza Macras Schaubühnen-Erfolg „Back to the Present“ zu sehen. Christoph Marthalers Züricher „Groundings“, René Polleschs Recklinghauser Soap-Fortsetzung „Pablo in der Plusfiliale“ sowie eine Videoinstallation des Berliner Künstlers Julian Rosefeldt komplettieren den deutschen Reigen an der Rhone. Tsp

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