Kultur : Virtueller Marktplatz

Artnet verlängert die Art Basel um 60 Tage

Claudia Herstatt

Die Kooperation der Art Basel und dem führenden Internetportal Artnet macht ab kommendem Jahr einen virtuellen Besuch der international bedeutendsten Kunstmesse möglich. Den Vortritt behalten allerdings die nach Basel anreisenden Kunstfreunde: Erst am letzten Tag der Messe, dem 17. Juni 2007, wird der Zugang freigeschaltet, der Internetbenutzern für zwei Monate die Möglichkeit bietet, sich durch die Gänge mit rund 280 Galerien und 5000 ausgestellten Kunstwerken zu klicken. Der virtuelle Besucher kann die Messe dann nach verschiedenen Kriterien durchforsten: Künstler, Galerien und Standort.

Thomas Eller, Geschäftsführer Deutschland von Artnet, sagt: „Mit unseren Mitteln können wir die Messedauer rund um den Globus um 60 Tage verlängern.“ Das komme den Galerien und denjenigen zugute, die nicht vor Ort sein können, beziehungsweise eine spätere Kaufentscheidung treffen wollen, wenn ihnen ein Werk in Erinnerung geblieben ist. „Das erlebt man doch immer wieder“, meint Eller, „man weiß genau, dass man etwas Interessantes gesehen hat, nur nicht mehr wo.“

Schon jetzt greifen elf Millionen User monatlich auf die Internetseiten von Artnet zu (www.artnet.com). Abonnenten können hier unter drei Millionen Auktionspreisen von 500 Versteigerungshäusern recherchieren. Kostenlos zugänglich ist das täglich aktualisierte ArtnetMagazin. Gegründet wurde Artnet 1989 von dem Galeristen Hans Neuendorf. Damals operierte das Unternehmen noch mit eigener Software, erst ab 1995 etablierte sich das Internet als kommerzielle Plattform. Für seine Verdienste um Markttransparenz wurde Neuendorf am 11. Dezember von dem National Arts Club New York mit einer Ehrenmedaille geehrt.

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