Kultur : Virtueller Messebesuch

Wer nicht zur Art Basel kommt, findet sie im Internet

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Nach der Art Basel im Juni wird das Internetportal „artnet“ die Kunstmesse um zwei Monate virtuell verlängern. Thomas Eller, „artnet“- Exekutiv-Manager, hat die Online-Plattform www.artbasel-artnet.com in Berlin vorgestellt.

Herr Eller, können sich die weniger reiselustigen Sammler die Fahrt nach Basel und zur Art-Basel-Miami-Beach bald sparen?

Natürlich nicht. Eine Messe ist ein komplexes Kommunikationssystem. Darum gehen wir erst online, wenn die Messe schließt. Artnet erreicht dafür weltweit ein größeres Publikum.

Worin besteht der Unterschied zu herkömmlichen Internetauftritten?

Wir haben ein System entwickelt, das mit wenigen Mausklicks zu den Galerien und Künstlern führt. Über einen interaktiven Standortplan kann man sich durch alle Messehallen bewegen, Fotos von den Galerieständen ansehen und 4500 Kunstwerke aufrufen.

An wen wendet sich die Seite?

Zunächst an alle, die nicht persönlich kommen können. Sie bietet aber auch Messebesuchern eine Orientierungshilfe. Bei der Fülle an Kunstwerken sieht man irgendwann nichts mehr. Abends stellt man fest, ein bestimmtes Bild geht einem nicht mehr aus dem Sinn. Leider hat man weder Künstler noch Galerie notiert. Mit dem interaktiven Standplan kann man seinen Weg zurückverfolgen.

Mit der Veröffentlichung von Preisen im Internet hat „artnet“ den Kunstmarkt transparenter gemacht. Wie wird das auf der Plattform für die Art Basel sein?

Die Bekanntgabe der Preise ist freiwillig, aber wir empfehlen es den Galerien. Der Kerngedanke von „artnet“ ist, mehr Informationen bereitzustellen, weil das Vertrauen und mehr Liquidität schafft.

2005 hat es eine ähnliche Kooperation mit dem Art Forum in Berlin gegeben.

Das war ein Pilotprojekt. Die Art Basel ist im Hinblick auf das Internet visionärer, hat sich die Rechte am Projekt exklusiv gesichert und es als Service angeboten. Damit bekommen die Galerien Unterstützung für den Nachverkauf. Wir hoffen aber, auf das Art Forum zurückzukehren.

Das Gespräch führte Michaela Nolte.

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