Kultur : Volk mit Raum

STÄDTEBAU

Tobias Lehmkuhl

Nachdem im letzten Herbst die erste Phase des von der Kulturstiftung des Bundes mit 3,3 Millionen Euro finanzierten Projekts Schrumpfende Städte mit der Dokumentation von über 400 Fallbeispielen abgeschlossen wurde, beginnt nun die Suche nach Konzepten und Handlungsansätzen, die mit der weltweiten Rückentwicklung urbaner Zentren stadtplanerisch und künstlerisch umgehen. Dazu hat das Projekt nun unter Leitung von Philipp Oswalt in Kooperation mit den Zeitschriften „archplus“ und „domus“ einen mit insgesamt 120 000 Euro dotierten Ideenwettbewerb ausgelobt (www.shinkingcities.com, Bewerbung bis 19.4., Ausstellung der Ergebnisse im Herbst in den Kunst-Werken). Den Veranstaltern gehe es allerdings nicht darum, Antworten auf die Transformation der Städte zu präsentieren, so Oswalt, man wolle jedoch aufzeigen, welche Probleme und Chancen mit der Schrumpfung von Städten verbunden sind. Im Gespräch übte Oswalt auch Kritik am Stadtentwicklungsprogramm der Bundesregierung, das allzu sehr auf Marktbereinigung setze. Gegen eine allein der Wohungsbauindustrie entgegenkommende Lösung sprach sich auch der Leiter der Stiftung Bauhaus Dessau, Walter Prigge, mit dem Vorschlag einer „Umwertung der Räume“ aus. Angesichts 1,3 Millionen leer stehender Wohungen allein in Deutschland kann man auf jeden Fall schon einmal mit der Umwandlung von Schlagwörtern beginnen: Die Deutschen, Volk mit zu viel Raum.

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