Kultur : Volker Braun erhält die mit 60.000 DM dotierte Auszeichnung

Der Berliner Lyriker, Erzähler und Dramatiker Volker Braun erhält in diesem Jahr den mit 60 000 DM dotierten Georg-Büchner-Preis. Die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung traf die Entscheidung bei ihrer Frühjahrstagung in Krakau. Der aus Dresden stammende Autor machte zu DDR-Zeiten mit Theaterstücken und Romanen Missstände der sozialistischen Gesellschaft zum Thema, ohne deren ideologische Grundlagen in Frage zu stellen. Er hielt an seiner Utopie einer idealen, kommunistischen Welt fest. Seine Werke erschienen oft erst mit jahrelanger Verzögerung. Dennoch erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, 1988 sogar den Nationalpreis erster Klasse der DDR. 1965/66 war Braun Dramaturg beim Berliner Ensemble, von 1972 an Mitarbeiter des Deutschen Theaters Berlin. Im Westen wurde er 1965 bekannt, als er bei einem Treffen zum Thema Ost-West-Lyrik teilnahm. Seine Dramen wurden von westdeutschen Theatern seit Anfang der 70er Jahre in teils umstrittenen Aufführungen auf die Bühne gebracht. An der Gesamthochscule Kassel hat Braun in diesem Winter die Brüder-Grimm-Professur übernommen.

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