Kultur : Von Christiane Peitz:

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TAGESTIPP

Der Zugführer und die Selbstmörderin: Richy Müllers gegerbtes Gesicht und die kindliche Art von Nicolette Krebitz. Drumherum ist Düsternis. Dunkle Wohnung, dunkle Seele. Zwischen Nacht und Tag erzählt 88 Minuten lang von einem Sekundenbruchteil: Jenem Schockmoment, in dem der Zugführer in die Augen der Selbstmörderin schaut, als sie vor seine UBahn springt. Ein Blick – und die Entfremdung bricht aus. Nicolai Rohdes Film (Perspektive Deutsches Kino) entfaltet diesen Augenblick zur Chronik einer Erstarrung, eines Traumas, eines Realitätsverlusts. Manchmal sind die Bilder zu verliebt in den eigenen Stil. Ihre Strenge hat trotzdem etwas Hypnotisierendes.

Heute 21 Uhr (Cinemaxx 3)

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