Kultur : Von der Hand in den Mund

Höhere KSK-Abgaben bedrohen Bühnenverlage

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Die deutschen Theaterverlage haben offenbar erfolgreich Alarm geschlagen. Eine seit Jahren praktizierte Sonderregelung sieht vor, dass Bühnenverlage, die Autorenrechte gegenüber Theatern, Sendeanstalten und Filmproduzenten vertreten, für diese (freien) Autoren nur auf der Bemessungsgrundlage von 25 Prozent ihres Jahresumsatzes einen pauschalen „Arbeitgeberanteil“ an die Künstlersozialkasse (KSK) in Wilhelmshaven bezahlen. Nun hatten das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesversicherungsamt verfügt, dass ab 1. Januar für entsprechende Beiträge an die KSK der Gesamtumsatz der Theaterverlage maßgeblich sei. „Das hätte uns wirtschaftlich stranguliert und damit auch den zu schützenden Autoren geschadet“, sagte Marion Victor, Geschäftsführerin des Frankfurter Verlags der Autoren, dem Tagesspiegel. Da 85 Prozent ihres Verlagsumsatzes Autorenhonorare sind – im Unterschied von nur 10 Prozent bei Buchverlagen – hätte nach der neuen Regelung von den verbleibenden 15 Prozent für die laufenden Betriebskosten rund ein Drittel an die KSK abgeführt werden müssen. Victor: „Von zehn Prozent des Umsatzes kann kein Betrieb mehr leben.“ Nach TagesspiegelInformationen haben die Proteste der Bühnenverlage dazu geführt, dass die neuen Beiträge am Freitag storniert wurden. Für 2005 gilt nun noch die alte Regelung. Im Frühjahr wollen die Theaterverlage zunächst in Verhandlungen mit dem Deutschen Bühnenverein und den Rundfunkanstalten eine stärkere Beteiligung der Theater und Sender an der Sozialversicherung ihrer Autoren erreichen. Tsp

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