Kultur : Von Jan Schulz-Ojala:

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FILMTIPP DER WOCHE

Zwei Schulmädchen, die in ihrem städtischen Elternhaus wie Gefangene leben und verkümmern – das ist nichts Besonderes im heutigen Teheran. Hinter Gittern, mit Blick auf einen betonierten kleinen Hof, und dann ist da die Mauer zur Straße, die Mauer zur Welt. So geht das, bis Der Apfel ins Spiel kommt: Symbol der Verführung seit jeher, Schuljungsverführung auch hier, mehr noch aber große, unermessliche Verführung ins Draußen, zur Welt. Samira Makhmalbaf, Tochter des nach Abbas Kiarostami hierzulande bekanntesten iranischen Regisseurs, machte mit diesem kleinen, erschütternden, ganz und gar unpathetischen Film als kaum 20Jährige vor ein paar Jahren in Cannes Furore – mit einem fabelhaften Fabel-Film, der aus fast nichts heraus von allem erzählt: von Aussichtslosigkeit, Hoffnung und endlich von Freiheit, der Freiheit eines nicht einmal halben Tags. Und von der prallen Farbe, die das Leben hat, wenn es denn anfängt, endlich, endlich anfängt.

Brotfabrik (untertitelte Originalfassung)

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