Kultur : Von wegen Pornografie: Sorokin verweigert Aussage

NAME

Der wegen angeblicher Pornografie angeklagte russische Schriftsteller Vladimir Sorokin hat am Montag die Aussage vor der Moskauer Staatsanwaltschaft verweigert. „Ich halte dieses Verfahren für erniedrigend für mich als Schriftsteller und für die russische Literatur und für unsere famosen Ermittlungsorgane, die sich plötzlich mit Literatur befassen“, so der 46-jährige Autor. Er habe nicht die Absicht, sich an diesem „Theater des Absurden“ zu beteiligen. Der Schriftsteller sollte sich Fragen zu seinem Roman „Der himmelblaue Speck“ stellen (Tsp. vom 28. Juli), in dem sich Sorokin unter anderem über den Intimverkehr geklonter Sowjetführer auslässt. Vor der Staatsanwaltschaft versammelten sich Mitglieder der liberalen Jabloko-Partei und des PEN-Clubs, um für den Schutz der künstlerischen Freiheit zu demonstrieren. Der Duma-Abgeordnete Sergej Mitrochin bezeichnete das Verfahren als „durchdachte Politik von Beamten“, die hinter der Bewegung „Gemeinsamer Weg“ stünden. Diese auch Putin-Jugend genannte Organisation hatte die Strafanzeige gestellt. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben