Kultur : Vorschau: All That Jazz

Es ist fast wie im richtigen Leben, in "Hide & Seek" geht es um einen Dialog zwischen Mann und Frau, der ins Absurde läuft. Am klarsten sind die beiden noch an folgender Stelle, er: "A blue of blues", sie: "Yes. A blue of blues." Der Text stammt von Paul Auster, die Musik von Michael Mantler. Das Stück, das auch auf der gleichnamigen CD von Michael Mantler vorliegt, hatte Ende Januar in Kopenhagen Uraufführung, von Freitag bis Sonntag kommt die Originalbesetzung nun zur deutschen Premiere für drei Aufführungen ins Berliner Hebbel-Theater, Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Einzige Ausnahme: die Rolle des Mannes wird auf der CD von Robert Wyatt gesprochen, jetzt ist sie mit Per Joergensen besetzt. Im Ensemble von "Hide & Seek" spielt Mantler Trompete, die Laufbahn des 1943 in Wien geborenen und heute in Dänemark lebenden Musikers war lange eng mit der New Yorker Jazzavantgarde verbunden. Mit Carla Bley spielte er für das gemeinsame WATT-Label zahlreiche Aufnahmen ein, darunter auch Charlie Hadens "The Ballad Of The Fallen".

Im A-Trane ist heute einer der bekanntesten Old-Schooler der norwegischen Szene zu Gast, der Gitarrist Terje Rypdal. Sein offizieller Start war 1970 auf Jan Garbareks Album "Afric Pepperbird". Rypdals Aufnahmen mit dem Trompeter Palle Mikkelborg gehören mittlerweile zu den Basics der skandinavischen Musikgeschichte. Bei Rypdals oft verzerrten, düsteren Sounds sind die Grenzen zwischen den Genres fließend. Zu seinen neuesten Veröffentlichungen zählen "Skywards" mit Mikkelborg und "Double Concerto", eine Komposition für zwei elektrische Gitarren und Symphonieorchester. Im A-Trane tritt er mit seinem aktuellen Trio und dem Konzept seiner CD "Skywards" auf, Beginn ist um 21 Uhr 30.

Penelope Cruz versucht ihn anzufassen, aber es bleibt eine Projektion. In "Vanilla Sky" hat John Coltrane einen Auftritt mit "My Favorite Things", 23 Jahre nach seinem Tod wiederauferstanden als überlebensgroße Lichtsäule in schwarz/weiß zu Champagner, Cocktails, Cruz und Cruise. In der nächsten Folge von "Jazz" geht es um das Original, der Titel der vorletzten Folge von Ken Burns 12-teiliger Filmserie lautet "Das Abenteuer. 1956 bis 1960." Sonny Rollins, Sarah Vaughan, Ornette Coleman - sie alle nehmen in diesen Jahren Platten auf, die zu Klassikern des modernen Jazz werden. Miles Davis wird zum Inbegriff von cool, und John Coltrane verabschiedet das an den Chord Changes orientierte Improvisieren in einem großen Wurf. Schnell, wuchtig und besessen, er ist kaum mehr zu fassen. Phoenix sendet "Jazz" am Samstag um 20 Uhr 15.

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