Kultur : Vorschau: Babel & Co

Darf ich vorstellen: Eros. "Als Aphrodite geboren wurde, hielten die Götter ein Mahl; unter ihnen war auch Poros, der Sohn der Klugheit. Als sie nun gespeist hatten, erschien die Armut, um zu betteln, und stand an der Tür. Da ging Poros, berauscht vom Nektar, in den Garten des Zeus und fiel in einen schweren Schlaf. Die Armut fasste nun den Plan, mit Poros ein Kind zu erzeugen; sie legte sich zu ihm und empfing den Eros." Diese Story wird im "Symposion" erzählt, einem von Platons Meisterdialogen. Hier wurde sie zitiert als Referenz an Griechenland, den "Länderschwerpunkt" der Frankfurter Buchmesse, auf der es ab morgen wieder richtig rund geht mit Menschen, Büchern, Sensationen.

Jetzt verlassen wir erst einmal die Geburtstagsparty der olympischen Familie und spielen "Wetten, dass..." - es einen Gott gibt. Aber das soll Blaise Pascal, der alte Trickser, selbst erklären: "Sie haben zweierlei zu verlieren: das Wahre und das Gute; und zweierlei einzusetzen: Ihre Vernunft und Ihren Willen, Ihre Erkenntnis und Ihre Seligkeit. Ihre Natur aber hat zweierlei zu fliehen: den Irrtum und das Elend. Ihre Vernunft kommt nicht zu größerem Schaden, wenn sie das eine anstelle des anderen wählt. Aber Ihre Seligkeit? Wägen wir Gewinn und Verlust ab, indem wir >Kreuz
"How to be God" - das würde jetzt natürlich ganz prima passen. Aber der neue Roman von Nick Hornby heißt "How to be Good"; ein kleiner Unterschied, nur ein ö-chen, mit großen Folgen. Götter haben das Gutsein ja nicht nötig, das ist ein typischer Job für uns Menschenkinder, trotz der niedlichen "bösen Mädchen", die angeblich überall hinkommen. Zum Beispiel heute um 20 Uhr in den Tränenpalast, um von Hornby höchst persönlich zu hören, wie aus der zickigen Molly in "How to be Good" ein artiges Töchterlein wird (Siehe auch die Rezension auf Seite 26).

Die "bösen Mädchen" helfen mir prima zum nächsten "Date": Am Donnerstag um 20 Uhr 30 geht es in der Salonbuchhandlung im Tucher Restaurant am Pariser Platz um "Die Wilden Jahre in Berlin". Gemeint sind natürlich die "Goldenen Zwanziger". In dieser Zeit wurde mächtig gefrechelt, und obwohl es kurz vorher eine Revolution gegeben hatte, kam man sich nun im Friedrichstraßenmilieu aus Künstlerbohème, Prostitution und Journaille wahnsinnig rebellisch vor, wenn man nach ausreichender Sektzufuhr nackt auf dem Tisch tanzte. Die überstrapazierte Legende von den "Goldenen Zwanzigern" ist im Grunde nichts weiter als ein Klischee, das sich brave Leute machen. Auskünfte erhalten Sie in Gabriele Tergits 1931 erschienenen und noch immer empfehlenswerten Berlin-Roman "Käsebier erobert den Kurfürstendamm".

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