Kultur : Vorschau: Sotto voce

Egal, ob nun reiner Zufall oder pädagogische Absicht: Genauso wie den Spielplan der kommenden Woche hat man sich das - von den Verantwortlichen erst jüngst wieder gelobte - Zusammenwirken der drei Berliner Opernhäuser vorgestellt. Ohne leidige Doppelungen, dafür aber mit einem eindeutigen Programmschwerpunkt. Geliefert wird diesmal Anschauungsmaterial zum Thema Deutsche Oper vor Wagner, und zwar in gleich vier repräsentativen Beispielen: Während die Deutsche Oper ihre Neuproduktion von Beethovens "Fidelio" (26. 2.) herausbringt, zeigen die Komische Oper Webers "Freischütz" und die Staatsoper Lortzings "Zar und Zimmermann". Anschließend gibt es dann noch als Fußnote zum Thema an der Deutschen Oper die Wiederaufnahme von Heinrich Marschners "Hans Heiling" (28. 2.), das musikhistorische Bindeglied zwischen "Freischütz" und "Fliegendem Holländer". Was will man eigentlich mehr? Dass diese Produktionen auf Top-Niveau gespielt und gesungen werden, natürlich. Im Fall von Christof Nels "Freischütz"-Inszenierung singen am Sonnabend zum Glück durchweg Sänger, mit denen der Regiseur höchstselbst geprobt hat (wenn auch nur zum kleineren Teil die großartige Premierenbesetzung) - anders würde das darstellerisch fordernde Konzept Nels, das etwa in die Beziehung der Jägerburschen Max und Kaspar einiges an unterschwelliger erotischer Anziehungskraft hineinbringt, wohl auch in sich zusammenfallen. Gut auch, dass die Staatsoper ihre alte Produktion von "Zar und Zimmermann" (23. u. 26. 2.) demonstrativ hochkarätig besetzt hat: Nehmen wir es als verspätetes Trostpflaster auf die Wunde des in Berlin reichlich unrühmlich, nämlich weitgehend stillschweigend, zu Ende gegangenen Lortzing-Jahres. Dem Zaren Roman Trekel wird Günther von Kannen als Bürgermeister zur Seite stehen und für das richtige Mischungsverhältnis von Grimm und Humor sorgen (23. u. 26. 2.).

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