WÄHLEN (Finale) : Was sollen wir thun?

Noch einen Tag: Der Countdown läuft. Wir wählen schon mal – Begriffe, die dem Ereignis Bundestagswahl auf eigene Weise näherkommen.

von

Stehen drei Delfine vor einem Wahllokal. Kommen nicht rein.– Halt, nein, es muss heißen: Stehen drei Delfine vor einem Wallokal. Kommen nicht rein ... Gesprochen funktioniert dieser Witz besser als geschrieben. Neuer Versuch: Fliegt ein Kuckuck übers Meer. Sieht einen Hai im Wasser. Sagt der Kuckuck: Hai! Sagt der Hai: Kuckuck ...

Fischwitze sind, wie diese Beispiele schon zeigen, eine Unterkategorie des politischen Witzes. Wer ist der Hai? Und wer ist der Kuckuck? Wer behauptet besser sein Revier, wer ist beweglicher, aggressiver, sympathischer? Es sind genau die Fragen, um die es auch beim TV-Duell ging. Wer überzeugt die Zuschauer, wer hat sich im Griff, wer verliert die Kontrolle? Steinbrück hat ja mehr Humor im Wahlkampf gefordert. Im Übrigen: Er ist ein Fischkopp, von Angela Merkel lässt sich Ähnliches sagen. Sie kandidiert im Wahlkreis Vorpommern-Rügen/ Vorpommern-Greifswald I, bei ihm hört man die hanseatische Herkunft deutlich heraus. Fischwitze haben noch einen anderen Vorzug. Sie sind sauber und auch für Kinder geeignet. Und manchmal erfüllen sie sogar einen staatsbürgerlich-pädagogischen Zweck. Das folgende Beispiel richtet sich sowohl an überzeugte Nichtwähler als auch an solche, die noch schwanken, ob sie ihre Stimme abgeben wollen: Treffen sich ein Walfisch und ein Thunfisch. Sagt der Walfisch: Was sollen wir tun, Fisch? Antwortet der Thunfisch: Du hast die Wahl, Fisch.

In Witzen ist der Wal ein Fisch, im wirklichen Meer ist er, wie der Delfin, ein Säugetier. Und wenn schon. Schließlich ist das hier kein Kampf der Wale, sondern Wahlkampf. Am Sonntagabend wird man Fische im Fernsehaquarium weinen sehen.

In unserer Serie sind erschienen: Wählscheibe (16.9.), Seitenwahl (18.9.), Damenwahl (19.9.), Wahlheimat (20.9.)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben