Wagner-Clan : Bayreuther Festspielstreit beigelegt

Im endlosen Nachfolgestreit bei den Bayreuther Festspielen ist der Chef Wolfgang Wagner endlich zu Kompromissen bereit. Er kann sich durchaus vorstellen, wenn neben seiner Tochter Katharina Wagner auch deren Halbschwester Eva Wagner-Pasquier die Festspielleitung übernimmt.

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Tritt bald in Papa's Fußstapfen: Katharina Wagner und ihr Vater Wolfgang Wagner. -Foto: dpa

BayreuthJahrelang ging es hin und her zwischen den Wagner-Nachfahren Katharina Wagner (29) und Eva Wagner-Pasquier (63). Wer solle die Leitung der Bayreuther Festspiele übernehmen? Diese Frage scheint endlich geklärt und der 88-jährige Festsspielchef Wolfgang Wagner erklärt sich zum Rücktritt bereit.

Laut Festspielsprecher Peter Emmerich ist das Verhältnis von Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier nicht mehr so belastet. Die beiden hätten festgestellt, dass sie sich unter gewissen Umständen eine Zusammenarbeit vorstellen könnten. Bis zur Sitzung des Stiftungsrates der Bayreuther Festspiele am 29. April sollen die beiden Halbschwestern ein gemeinsames Konzept vorlegen.

In einem persönlichen Brief an die Geldgeber der Festspiele deutete Wolfgang Wagner an, sein auf Lebenszeit verliehenes Amt als Geschäftsführer in absehbarer Zeit niederzulegen, berichtete das 3sat-Magazin "kulturzeit" aus Kreisen des Stiftungsrats. Gleichzeitig erkläre Wagner erstmals, er könne sich nun auch eine Festspielleitung vorstellen, der außer der von ihm bevorzugten Katharina Wagner (29) auch Eva Wagner-Pasquier (62), seine Tochter aus erster Ehe, angehört. Gegebenenfalls auch außerfamiliäre Experten wie Christian Thielemann und Peter Ruzicka.

Festspiel-Konzept fehlt noch

Bisher hatte der Wolfgang Wagner eine solche Lösung zum Unwillen der Geldgeber mit Hilfe seines Vetorechts verhindert. Als Reaktion auf Wagners Brief hat dem TV-Magazin zufolge Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel die Wagner-Töchter nun aufgefordert, unverzüglich ein gemeinsames Festspiel-Konzept vorzulegen, damit darüber in den bevorstehenden Gremiensitzungen beraten werden könne.

Hintergrund der Entwicklung dürfte unter anderem die Tatsache sein, dass der Haushalt der Bayreuther Festspiele ein massives Defizit zu entwickeln droht. Bund, Land Bayern, Stadt Bayreuth und Sponsoren hätten durchblicken lassen, dass sie zur Aufstockung ihrer Zuschüsse nur dann bereit seien, falls Wolfgang Wagner seine seit 2001 ausgeübte Totalblockade aufgebe. (sgo/dpa)

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