Kultur : Wagner satt

Ausblick auf die nächste Saison der Staatsoper.

„Zu neuen Taten, teurer Helde“ – dieses Zitat aus Wagners „Götterdämmerung“ ziert die Rückseite der neuen Staatsopern-Saisonvorschau. Auf ihrem Titel posiert Daniel Barenboim, den Leser ebenso fest im Blick wie die Zigarre im Griff. Zwischen den Deckeln liegen die fast 200 Seiten der dritten Spielzeit im Schiller-Theater, die Barenboim mit Intendant Jürgen Flimm am Donnerstag vorstellte. Sie wird geprägt von der Vollendung des neuen „Ring“ (Regie Guy Cassiers) mit Barenboim am Pult. Am 3. Oktober 2012 feiert „Siegfried“ Premiere, am 3. März 2013 folgt „Götterdämmerung“. Erstmals wird die komplette Tetralogie bei den Festtagen 2013 aufgeführt. Weiterer Beitrag zum Wagner-Jahr 2013: Philipp Stölzls Inszenierung des „Fliegenden Holländer“, ausrangiert in Basel, feiert seine Berliner Premiere am 28. April 2013, Daniel Harding dirigiert.

Ein spätes Regiedebüt an der Staatsoper gibt Hans Neuenfels mit seiner 6. Inszenierung einer Mozart-Oper. Das Jugendwerk „La finta giardiniera“ erhält mit dem Untertitel „Die Pforten der Liebe“ auch ein neues Libretto aus Neuenfels’ Feder. Christopher Moulds dirigiert (Premiere 24. November 2012). Frank Martins weltliches Oratorium „Le vin herbé“ nach dem Tristan-Stoff setzt Katie Mitchell in Szene, die in der aktuellen Spielzeit das Kraftwerk Mitte mit Nono bespielte (Premiere 25. Mai 2013). Henry Purcells „The fairy queen“ tritt in Dialog mit der Musik Helmut Oehrings, Barock trifft auf Moderne – und Claus Guth gibt sein Regiedebüt (Premiere 16. Juni 2013). In Kooperation mit der Ruhrtriennale kommt Toshio Hosokawas „Hanjo“ an die Staatsoper (Premiere 22. Juni 2013). Zu seinem 70. Geburtstag am 15. November musiziert Barenboim unter Zubin Metha mit der Staatskapelle auch ein Ständchen von Elliot Carter. Der 103-jährige Komponist wird dazu in Berlin erwartet. Die erste Premiere im sanierten Haus Unter den Linden will Barenboim am 3. Oktober 2014 leiten. UA

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