Kultur : Wahl in Israel: Machtfragen

Israels Ministerpräsident wird seit 1996 direkt vom Volk für vier Jahre gewählt. Bis dahin wurde er nach Parlamentswahlen aus den Reihen der größten Fraktion bestimmt. Gewöhnlich werden Ministerpräsident und Parlament am selben Tag gewählt, es sei denn, ein Premier tritt zurück.

Erreicht einer der Kandidaten nicht die absolute Mehrheit, gibt es eine Woche später eine Stichwahl. Sollte es der gewählte Regierungschef nicht schaffen, 45 Tage nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses eine Regierung zu präsentieren, muss erneut gewählt werden. Eigentlich sollte die Direktwahl dem Regierungschef mehr Macht und Unabhängigkeit vom Parlament geben. Die Realität hat jedoch das Gegenteil bewiesen. Die Trennung der Wahl von Parlament und Regierungschef hat zur Aufsplitterung der Knesset (120 Abgeordnete) in 18 Fraktionen geführt, die das Regieren fast unmöglich macht.

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